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Malnutrition: Mangelernährung im Alter erkennen und erfolgreich behandeln

29-01-2021 Betreuung & Pflege
 
Eine Frau isst einen Apfel, um einer Malnutrition vorzubeugen

Während sich viele Menschen in jungen Jahren noch eingehend mit einer gesunden und nährstoffreichen Ernährung beschäftigen, wird dieses Thema im Alter häufig unterschätzt und vernachlässigt. Eine falsche Ernährung kann jedoch, besonders bei Hochbetagten, fatale gesundheitliche Folgen haben und schwerwiegende Erkrankungen nach sich ziehen. Hier erfahren Sie wie Sie eine Malnutrition frühzeitig erkennen und wie Sie diese am besten behandeln.

Definition und Ursachen einer Malnutrition

Unter einer Malnutrition, oft auch als Unterernährung oder Mangelernährung bezeichnet, versteht man eine zu geringe Zufuhr von Nahrung oder Nahrungsbestandteilen, die der Körper zum Leben benötigt. Wird der Bedarf an Energie, Nährstoffen (wie Vitamine und Mineralstoffe) und Proteinen nicht ausreichend durch die Nahrungszufuhr gedeckt, wird das Gleichgewicht zwischen Nährstoffzufuhr und Nährstoffbedarf gestört. Dies führt zu einem unkontrollierten Abbau von Körpersubstanz.

Bei der Malnutrition wird zwischen einer quantitativen und einer qualitativen Mangelernährung unterschieden:

  • Quantitative Mangelernährung: Es werden nicht genügend Kalorien aufgenommen. Wird dem Körper langfristig weniger Nahrung zugeführt, als er benötigt, um den Energiebedarf zu decken, führt dies zu einer Unterversorgung von wichtigen Nährstoffen, Gewichtsverlust und Infektionsanfälligkeit.
  • Qualitative Mangelernährung: Es fehlen lebenswichtige Nahrungsbestandteile. Werden Proteine, Vitamine, Mengen- und Spurenelemente in unzureichender Menge aufgenommen, kommt es zu Beeinträchtigungen der Körperfunktionen, sowohl auf motorischer, als auch auf kognitiver und psychischer Ebene.

Die beiden Formen der Malnutrition können auch kombiniert miteinander auftreten.

In einem Kreislauf-Diagramm werden die verschiedenen Phasen der Mangelernährung aufgezeigt

Die verschiedenen Phasen der Mangelernährung im Überblick

Malnutrition im Alter

Malnutrition kann in jedem Alter auftreten, jedoch kommt eine Mangelernährung bei älteren Menschen besonders oft vor. Viele Senioren und Seniorinnen sind unzureichend ernährt. So leidet fast jeder Zwölfte der über 60-Jährigen in Deutschland an einer chronischen Mangelernährung. Die Ursachen sind vielschichtig und reichen von altersphysiologischen Veränderungen, über psychische Erkrankungen bis hin zu krankheitsbedingten Auslösern wie Schluckstörung (Dysphagie), Demenz, Diabetes und Lähmungen durch Schlaganfälle.

Im Alter verändern sich nicht nur das Geschmacksempfinden und der Appetit, sondern auch die Magenentleerung verzögert sich. Hinzu kommen ein nachlassendes Durstempfinden und Bewegungsmangel. Schmerzende Zähne, ausgelöst durch schlechtsitzende Prothesen, erschweren das Kauen zusätzlich.  Auch die Vielzahl an einzunehmenden Medikamenten spielt eine entscheide Rolle.

So kann beispielsweise Appetitverlust eine Nebenwirkung von Antibiotika, Antidepressiva oder starken Schmerz- und Herzmitteln sein. Ein veränderter Geschmack und Übelkeit können durch Bluthochdruck- und Diabetes-Medikamente, sowie durch Zytostatika (Krebsmedikamente) ausgelöst werden. Aber auch psychische Faktoren und individuelle Lebensumstände von älteren Menschen können das Risiko einer Mangelernährung erhöhen.

Hier sind 7 Gründe, die für eine Malnutrition sprechen können:

  • Verstirbt der Lebenspartner lässt die Motivation für die Zubereitung und abwechslungsreiche Auswahl des Essens nach
  • Depressionen und Einsamkeit führen zu Appetitlosigkeit
  • Fehlendes Wissen über gesunde Ernährung
  • Durch Altersarmut und eine niedrige Rente fehlt das Geld für frische und gesunde Lebensmittel
  • Schlechte infrastrukturelle Versorgung mit gesunden Lebensmitteln durch mangelndes Angebot an Einkaufshilfen o. ä.
  • Veränderung der Lebensumstände z. B. durch Pflegebedürftigkeit
  • Schamgefühl bei der Nahrungsaufnahme z. B. wenn Hilfe beim Kleinschneiden des Essens benötigt wird

Da der Nährstoff- und Energiebedarf im hohen Alter jedoch nicht abnimmt, ist bei der Pflege demnach unbedingt auf unterstützende Maßnahmen bei der Erstellung eines gesunden Ernährungsplans zu achten.

Symptome und Folgen bei schlechter Ernährung

Ungewollter Gewichtsverlust und mangelnder Appetit können zwar die ersten Anzeichen einer Malnutrition sein, jedoch kann eine Unterernährung zu weiteren unterschiedlichen Beschwerden führen, da einige Körperfunktionen durch die geringe Nährstoffzufuhr gehemmt oder gar eingeschränkt werden. Ein entsprechender Mangel verursacht demnach unterschiedliche Symptome.

  • Eine Unterversorgung mit Kohlenhydraten kann beispielsweise zu Kopfschmerzen, Kreislaufproblemen, Sehstörungen und mangelnder Konzentrationsfähigkeit führen.
  • Durch Eiweißmangel wird das Immunsystem geschwächt, welches die Genesung nach einer Krankheit verlängert (Rekonvaleszenz) und das Risiko einer Wundheilungsstörung und von Infektionen erhöht. Die Muskelmasse wird abgebaut und die Sturzgefahr und das Risiko für Knochenbrüche werden dadurch erhöht.
  • Eisenmangel führt zu Müdigkeit, Erschöpfung und Blutarmut, welches sich an einer blassen Haut erkennen lässt. Die Ausprägung, die Symptome und die gesundheitlichen Folgen hängen im Wesentlichen von der Ausprägung der Mangelernährung ab.

Eine leichte Malnutrition löst oft nur unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit aus. Eine schwere Mangelernährung hingegen kann wichtige Organfunktionen stören und schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. So kann eine dauerhafte Unterernährung beispielsweise zu Herzrhythmusstörungen, Demenz und zur Abnahme der Atemmuskulatur führen. Eine Malnutrition erhöht außerdem das Sterberisiko im Alter.

Ein alter Mann isst gequält eine Suppe. Das Essen bereitet ihm keine Freude. Die Folge: Mangelernährung.

Appetitlosigkeit ist häufig die Ursache einer Malnutrition.

Machen Sie den Mangelernährungstest: Das sind die ersten Warnsignale

Wenn Sie eine oder mehrere der folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten können, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen:

  • Verlieren Sie zunehmend an Gewicht? Schlottern Ihre Hosen und andere Kleidungsstücke?
  • Bemerken Sie bei sich eingefallene Gesichtszüge und knochige Hände?
  • Stellen Sie eine allgemeine Antriebslosigkeit, Schwäche und Blässe fest?
  • Ist Ihr Blutdruck über mehrere Tage und Wochen konstant zu niedrig?
  • Ist Ihr Urin über mehrere Tage bzw. Wochen dunkel gefärbt?

Untersuchung und Diagnose: So wird Mangelernährung im Alter festgestellt

Es gibt verschiedene Methoden eine Malnutrition festzustellen. Der behandelnde Arzt beginnt bei dem Verdacht auf eine Mangelernährung zunächst mit einer Anamnese, um mehr über bestehende Beschwerden und Erkrankungen, sowie über die soziale Situation und die Essgewohnheiten zu erfahren. Im Anschluss folgt eine ausführliche körperliche Untersuchung:

  • Messung von Blutdruck und Puls
  • Begutachtung der Zähne sowie der Kau- und Schluckfunktion
  • Untersuchung der Zunge und der Haut auf: Anzeichen auf Austrocknung, Gewebeschäden (Läsionen), Geschwüre (Ödeme) und Rhagaden (kleine Hautrisse)
  • Messung des subkutanen Fettgewebes (am Oberarm) und der Muskelkraft (Bizeps und Oberschenkelmuskel)
  • Prüfung auf Gewebeschwellungen (Ödeme) und Bauchwassersucht (Aszites)
  • Berechnung des BMI Body-Mass-Index (Seniorinnen und Senioren mit einem BMI von unter 20 gelten als mangelernährt)
  • Blutuntersuchung

Nach der körperlichen Untersuchung folgen eine regelmäßige Gewichtskontrolle und eine aufmerksame Beobachtung des Essverhaltens.

Eine Frau geht den Ursachen ihrer Mangelernährung auf den Grund. Ein Arzt misst ihren Blutdruck.

Regelmäßige Check-Ups beim Arzt helfen einer Mangelernährung vorzubeugen.

Behandlungsmöglichkeiten und Tipps bei einer Malnutrition

Eine Malnutrition lässt sich erfolgreich behandeln, wenn man ihren Ursachen auf den Grund geht, denn bereits kleine Veränderungen können die Ursache einer Mangelernährung beheben beispielsweise die Anpassung einer schlechtsitzenden Zahnprothese, welche die Nahrungsaufnahme beeinträchtigt. Ist eine Schluckstörung der Grund für die Unterernährung, wird zu einer Schlucktherapie geraten. Sollte die Ursache eine körperliche Beeinträchtigung, die das selbstständige Essen und Trinken erschwert (zum Beispiel nach einem Schlaganfall) sein, kann Krankengymnastik und Ergotherapie Abhilfe schaffen.

Liegt der falschen Ernährung die Unverträglichkeit auf bestimmte Medikamente zugrunde kann mit dem behandelnden Arzt ein Umstieg auf verträglichere Präparate besprochen werden. Schwere, bestehende Erkrankungen wie Tumore müssen immer fachgerecht behandelt werden.

Darüber hinaus sollten weitere Maßnahmen beachtet werden:

Essverhalten beobachten: Werden Lebensmittel abgelehnt oder herrscht weiterhin Appetitlosigkeit und Unmut beim Essen?

Regelmäßige Gewichtskontrolle: Gewichtsverlust wird durch regelmäßiges Wiegen frühzeitig erkannt und ermöglicht es dagegen zu steuern. Ess- und Trinkprotokolle helfen dabei einen Überblick über die verzehrten Mengen zu behalten.

Auf Energie- und Nährstoffdichte achten: Lebensmittel mit sehr hoher Energiedichte (fettreiche Milchprodukte) und das Anreichern von Speisen mit Nüssen, Soßen und Pflanzenölen, können den Energievorrat auffüllen. Milchprodukte, Getreide und Hülsenfrüchte liefern das Eiweiß, an dem es gerade älteren Menschen oft mangelt. Achtung: Der Ernährungsplan sollte immer vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden!

Appetit anregen: Durch kräftiges Würzen mit frischen Kräutern und aromatischen Gewürzen wird der Geruch der Mahlzeiten verstärkt und der Appetit wird angeregt. Auf Salz sollte jedoch weitestgehend verzichtet werden. Ein nett gedeckter Tisch und eine schöne Atmosphäre sorgen außerdem für mehr Freude am Essen und können so die Bereitschaft zur Nahrungsaufnahme erhöhen.

Kleine und mundgerechte Portionen: Speisen in mundgerechter Form sehen nicht nur lecker aus, sie sind auch leichter zu kauen und der beschwerliche Umgang mit Messer und Gabel lässt sich elegant umgehen. Besonders gut eignen sich hier Käsewürfel, Frucht Riegel, Trockenobst, Gemüsesticks oder Kroketten. Da gerade bei älteren Menschen das Sättigungsgefühl schneller einsetzt, sollte das Essen auf viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt werden.

Diese Aufgaben erledigen die Betreuungskräfte von PROMEDICA PLUS im Bereich Ernährung im Alter:

  • Erstellung von Speiseplänen (gemeinsam mit den Betreuten und ihren Angehörigen)
  • Einkaufen
  • Kochen bzw. Zubereiten der Speisen
  • Bei Bedarf: Speisenzubereitung nach Diätregeln (z.B. für Diabetiker)
  • Bei Bedarf: mundgerechte Nahrungszubereitung (z.B. durch Kleinschneiden oder Einfüllen in bestimmte Gefäße)
  • Bei Bedarf: Reichen der Nahrung

Altersgerechte Verköstigung ganz nach Ihrem Geschmack mit PROMEDICA PLUS

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung spielt besonders im Alter eine wichtige Rolle. Das Team der Seniorenbetreuung von PROMEDICA PLUS hilft Ihnen dabei! Geschulte Betreuungskräfte sorgen für eine alters- und bedarfsgerechte Ernährung aus frischen und gesunden Zutaten ganz nach Ihren Wünschen. Selbstverständlich, unter Beachtung aller Regeln von speziellen Ernährungsweisen wie Diätkost, vegetarischer oder salzarmer Kost. Zu den Besonderheiten rund um das Thema und den entstehenden Kosten beraten wir Sie gerne. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf für ein unverbindliches Erstgespräch!