Kosten und Finanzierung

Die Pflege von Senioren ist eine zeitintensive und vor allem kräftezehrende Aufgabe, insbesondere wenn die pflegenden Angehörigen zusätzlich einem Beruf nachgehen. Eine Betreuung im Pflegeheim ist eine Option. Allerdings kostet diese in Deutschland zwischen 2.000 und 4.000 Euro. Zudem haben viele pflegebedürftige Personen den Wunsch, im eigenen Zuhause in gewohnter Umgebung versorgt zu werden.

Wie viel kostet die Pflege älterer Menschen?

Viele Menschen benötigen Pflege, da sie sich nicht mehr selbst versorgen können. In Deutschland sind Pflegekosten hoch und ein Platz im Pflegeheim kostet durchschnittlich ca. 2.000 bis 4.000 Euro im Monat. Doch die meisten pflegebedürftigen Personen wünschen sich eine Pflege zu Hause in den eigenen vier Wänden, die genau auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Diese Flexibilität bietet Ihnen die Promedica Alltagsbetreuung mit einer Betreuungskraft, die rund um die Uhr für Sie da ist.

Damit Sie die Pflegekosten stemmen können, informieren wir Sie über die soziale Pflegeversicherung und weitere Finanzierungsmöglichkeiten. Erfahren Sie hier, welchen Anteil zu Pflegende selbst zahlen müssen, wann ihre Kinder zur Kasse gebeten werden und wie viel Pflegegeld sie erhalten.

Rundum-Betreuung als Entlastung bei der Pflege zuhause

Eine Rundum-Betreuung in den eigenen vier Wänden ist eine Möglichkeit, pflegende Angehörige von den zeitintensiven Aufgaben des Alltäglichen zu entlasten. Sie können wieder verstärkt dem eigenen Alltag nachgehen. Gleichzeitig wissen sie ihre Liebsten gut versorgt.

Anders als andere Anbieter der häuslichen Seniorenbetreuung, setzen wir auf den Alles-inklusive-Ansatz. Das heißt:

  • Beratung und Vermittlung
  • Rundum-Betreuung und Pflege
  • Transfer der Betreuungskraft
  • Sozialversicherungsschutz der Betreuungskraft

sind in der Monatspauschale inklusive und das dauerhaft. Sie zahlen nichts, was sie nicht brauchen. Wir rechnen auf den Tag genau ab. Sollten Sie vorübergehend die pflegerische Betreuung selbst übernehmen oder die betreute Person befindet sich zeitweise in vollstationärer Versorgung, so pausieren wir umgehend die Betreuungsdienstleistung.

Welchen Anteil der Betreuungs- und Pflegekosten zahlt die Pflegeversicherung?

Es gibt verschiedene Leistungen, die die Pflegeversicherung zahlt, wenn eine Person pflegebedürftig wird. Welche das sind und in welchen Fällen diese ausgezahlt werden, erfahren Sie hier.

Leistungen der Pflegekasse zur Finanzierung der Rundum-Betreuung

Wenn Ihr Angehöriger Pflege benötigt, können Sie das sogenannte Pflegegeld beantragen. Erfolgt die Pflege zu Hause durch Angehörige, zahlt die Pflegeversicherung das Geld direkt an die Pflegebedürftige oder den Pflegebedürftigen. Sie oder er kann das Pflegegeld dann als Anerkennung an pflegende Angehörige weitergeben.

Im Pflegeheim übernimmt die Versicherung lediglich die Kosten für die Pflege. Alle anderen Posten, wie Verpflegung und Unterkunft, müssen von den Betroffenen selbst gezahlt werden. Die Höhe der Unterstützung orientiert sich am Pflegegrad (ehemals Pflegestufe) der pflegebedürftigen Person. Folgende Pflegegrade und Zuschüsse gibt es:

Pflegegrad 1: 0 Euro
Pflegegrad 2: 316 Euro
Pflegegrad 3: 545 Euro
Pflegegrad 4: 728 Euro
Pflegegrad 5: 901 Euro

Der Pflegegrad Ihres Angehörigen wird durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK bei gesetzlich Versicherten) oder MEDICPROOF (bei privat Versicherten) ermittelt. Dabei wird in sechs Bereichen der Grad der Selbstständigkeit der Personen untersucht. Mehr zum Thema Pflegegrad, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wofür können Sie den Entlastungsbetrag nutzen?

Ab Pflegegrad 1 werden Pflegebedürftige in häuslicher Pflege durch einen sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro im Monat finanziell unterstützt.

Mit diesem Betrag können Sie sich zum Beispiel die Kosten für folgende Unterstützungsangebote und Leistungen erstatten lassen:

  • Leistungen der Tages- und Nachtpflege,
  • Leistungen der Kurzzeitpflege,
  • Leistungen der ambulanten Pflegedienste (in den Pflegegraden 2 bis 5 ausschließlich für Leistungen der Betreuung und Haushaltsführung, in Pflegegrad 1 auch für Hilfen bei der körperbezogenen Pflege),
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag, sofern diese nach dem hiesigen Landesrecht anerkannt sind.

Die 125 Euro können auch für Angebote zur Entlastung des pflegenden Angehörigen ausgegeben werden. Beispielsweise zur Finanzierung von Betreuungsleistungen des Pflegebedürftigen, wenn Sie als Angehöriger mal nicht zur Stelle sein können.

Auch die Leistungen zur Unterstützung im Alltag, die durch ehrenamtlich tätige Personen im Rahmen der Nachbarschaftshilfe erbracht werden, können ebenso wie entgeltliche Leistungen von Einzelpersonen in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis über den Entlastungsbetrag erstattungsfähig sein. Hierfür müssen aber bestimmte Voraussetzungen nach landesrechtlicher Vorschrift (Verordnung über die Anerkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag und Förderung der Weiterentwicklung der Versorgungsstruktur in Nordrhein-Westfalen- AnFöVO) erfüllt sein. Insbesondere darf die Person nicht mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sein und nicht mit ihr in einer häuslichen Gemeinschaft leben. Auch müssen sie eine Qualifizierung nachweisen.

Wichtig: Aufgrund der Corona Pandemie wurden die oben stehenden Unterstützungsangebote und Leistungen, die mit dem Entlastungsbetrag erstattet werden, bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1 bis zum 30. September 2020 erweitert. Es können nun auch sonstige Hilfen, die der Sicherstellung der Versorgung der Pflegebedürftigen (z.B. professionelle Angebote oder nachbarschaftliche Hilfen) genutzt werden.

Für Pflegebedürftige aller Pflegegrade gilt außerdem, dass sie den gesparten Entlastungsbetrag aus dem Jahr 2019 bis zum 30. September 2020 nutzen können.

Wie Sie den Entlastungsbetrag erhalten

Die Leistung muss zunächst vorfinanziert werden. Sie erhalten aber von Ihrer Pflegekasse eine Erstattung der Kosten bis zum Betrag von 125 Euro. Reichen Sie alle Rechnungen, die Sie in diesem Zusammenhang erhalten haben, zur Erstattung bei der Pflegekasse ein. Kosten von Betreuungsleistungen können aber auch direkt mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Dafür müssen Sie eine Abtretungserklärung ausfüllen, die Ihnen der Leistungserbringer vorlegt.

Behalten Sie den Überblick

Werden mehrere Rechnungen ausgestellt, oder direkt mit der Pflegekasse abgerechnet, kann man schnell den Überblick darüber verlieren, wer eine Abtretungserklärung von Ihnen erhalten hat. Machen Sie sich eine Übersicht, wer Ihnen hilft und für Sie arbeitet. Dann können Sie nachhalten, wie viel vom Entlastungsbetrag bereits ausgegeben worden ist. Sie vermeiden damit unnötige Kosten, die Sie dann möglicherweise selber tragen müssen.

Reichen die 125 Euro pro Monat nicht aus, können Pflegebedürftige ab Pflegestufe 2 einen Teil ihrer Pflegsachleistungen umwandeln lassen. Auf diese Weise lassen sich bis zu 40 Prozent des Betrags für Pflegesachleistungen für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag verwenden. Das ist sinnvoll, wenn diese nicht für die Pflege benötigt werden. Für die Umwandlung ist ein Antrag bei der Pflegekasse nötig.

Wird der Entlastungsbetrag von 125 Euro im Monat nicht ausgeschöpft, kann der Restbetrag innerhalb eines Kalenderjahres genutzt werden. Bleibt am Ende des Jahres noch Geld übrig, können Sie dieses noch ins neue Kalenderhalbjahr übertragen. Am 30. Juni verfällt der Restbetrag dann.

Was sind Pflegehilfsmittel?

Bereits ab Pflegegrad 1 besteht Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Diese sollen die häusliche Pflege erleichtern, Beschwerden der pflegebedürftigen Person lindern und die selbstständige Lebensführung unterstützen.

Unterschieden werden technische und zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Technische Pflegehilfsmittel sind zum Beispiel Pflegebetten, Toilettenstühle, Hausnotrufsysteme oder auch Lagerungskissen.

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind Produkte wie Desinfektionsmittel, Handschuhe, Schutzkittel oder auch der Bettschutz.

Hinweis: In der Regel haben die Pflegekassen Kooperationsverträge mit Anbietern von Pflegehilfsmitteln geschlossen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Pflegekasse über die Vertragspartner, bei denen Sie die Pflegehilfsmittel beziehen können. Bei technischen Pflegehilfsmitteln kommt es in der Regel zu einer Zuzahlung von maximal 25 Euro pro Hilfsmittel, sofern Sie nicht von der Zuzahlung befreit sind. Kaufen Sie Ihre Pflegehilfsmittel bei einem anderen Anbieter, müssen Sie eventuelle Mehrkosten selber tragen.

Antrag auf Kostenübernahme von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch

Die Kosten für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel (§ 40 Abs. 2 SGB XI), werden mit einer Pauschale von höchstens 40 Euro im Monat von der Pflegekasse übernommen. Hierfür müssen Sie bei der Pflegekasse einen Antrag stellen.

Grundsätzlich kann der Antrag formlos sein, muss aber drei Punkte beinhalten:

  • Name der versicherten Person
  • Geburtsdatum und
  • Art des Pflegehilfsmittels

Tipp: Für Pflegehilfsmittel benötigen Sie kein ärztliches Rezept. Den Antrag auf Kostenübernahme stellen Sie einfach bei der Pflegekasse. Legen Sie dem Antrag aber am besten eine ärztliche Bescheinigung oder eine Bescheinigung des MDK bei, die detailliert beschreibt, warum und welche Pflegehilfsmittel benötigt werden.

Tages- und Nachtpflegen ergänzen die Versorgung zu Hause. In diesen sogenannten teilstationären Einrichtungen halten sich Pflegebedürftige zeitweise auf, zum Beispiel tagsüber oder nur nachts.

Eine Betreuung für ein paar Stunden kann sehr hilfreich sein: zum Beispiel, wenn die pflegebedürftige Person nicht alleine zu Hause zurechtkommt, die pflegende Person jedoch arbeitet, sonstige Verpflichtungen hat oder Entlastung braucht. Die Einrichtungen müssen einen Fahrdienst anbieten beziehungsweise organisieren, der die Pflegebedürftigen zu Hause abholt und wieder nach Hause bringt.

Wie hoch sind die Leistungen für die Tages- und Nachtpflege?

Die Leistungen für die Tages- oder Nachtpflege können zusätzlich zum Pflegegeld oder zur Pflegesachleistung in Anspruch genommen werden. Ab dem Pflegegrad 2 können gem. § 41 SGB XI für die pflegerischen Leistungen bis zu 1.995 Euro pro Monat übernommen werden:

  • Pflegegrad 2: 689 Euro
  • Pflegegrad 3: 1.298 Euro
  • Pflegegrad 4: 1.612 Euro
  • Pflegegrad 5: 1.995 Euro

Wer Pflegegrad 1 hat, erhält keine besonderen Leistungen für die Tages- und Nachtpflege, kann aber den Entlastungsbetrag von 125 Euro hierfür nutzen.

Auch Kosten für Unterkunft und Verpflegung, die sogenannten Investitionskosten der Einrichtung sowie mögliche Fahrtkosten müssen von den Pflegebedürftigen selbst getragen werden. Allerdings ist es möglich, den Entlastungsbetrag dazu zu verwenden, die Kosten zu decken. Reichen die Leistungen der Pflegekasse dann immer noch nicht, um die Kosten der Tages- und Nachtpflege zu decken, und kann die pflegebedürftige Person die Kosten auch aus eigenem Einkommen oder Vermögen nicht selbst tragen, kann Sozialhilfe beantragt werden.

Wichtig: Angehörige sollten den Pflegevertrag niemals in eigenem Namen unterschreiben, sondern immer kenntlich machen, dass Sie als bevollmächtigte Vertretung oder als betreuende Person für die pflegebedürftige Person unterzeichnen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Sozialamt keine Kosten übernimmt und die Angehörigen selbst für die Kosten der Tages- und Nachtpflege aufkommen müssen.

Seine Angehörigen zu pflegen ist ein harter Job. Auch Pflegepersonen können krank werden und bei der Pflege ausfallen − oder sie brauchen ganz einfach Urlaub. Hier bietet sich Unterstützung in Form von der Verhinderungspflege an. Dabei wird der pflegebedürftige Angehörige von einer anderen Person, wie beispielsweise einer professionellen Pflegekraft, oder einem anderen Angehörigen versorgt. Es besteht auch die Möglichkeit, eine stationäre Unterbringung im Pflegeheim in Anspruch zu nehmen.

Diese Leistungsform ist ab Pflegegrad 2 möglich und kann für maximal sechs Wochen beansprucht werden. Die finanzielle Hilfe beläuft sich dabei auf höchstens 1612 Euro. Der Betrag wird auf die 42 Kalendertage aufgeteilt und richtet sich nach der pflegenden Person und nicht nach dem Pflegegrad des Versicherten.

Voraussetzungen für die Zahlung der Verhinderungspflege:

  • Pflegebedürftige Person wird seit mindestens sechs Monaten zu Hause gepflegt
  • Antrag auf Verhinderungspflege wurde nur ein Mal im entsprechenden Jahr gestellt
  • Ersatz-Pflegeperson ist kein naher Angehöriger des zu Pflegenden

Das Pflegegeld wird im Zeitraum der Verhinderungspflege um 50 % gekürzt. Sie können die Verhinderungspflege auch stundenweise in Anspruch nehmen, zum Beispiel, wenn Sie einen dementen Angehörigen einige Stunden am Tag unbeaufsichtigt lassen müssen. Bei dieser Variante erhalten Sie das Pflegegeld weiterhin in voller Höhe.

Bei einer Unterbringung in einem Pflegeheim kommen in der Regel Kosten auf, die von der Verhinderungspflege nur zum Teil abgedeckt werden. Das bedeutet, die restlichen Kosten müssen Sie selbst aufbringen.

Überleitungspflege: Wer hat Anspruch darauf?

Was tun, wenn Sie keinen Pflegegrad haben, aus dem Krankenhaus entlassen werden, aber noch nicht rehafähig sind oder sich aufgrund ihrer Erkrankung nicht selbst versorgen können? Sie haben auch keine Angehörigen, die sich umfassend um Ihre Pflege kümmern können? Dann haben Sie Anspruch gegenüber der Krankenversicherung gemäß §37 Abs. 1a und 39c SGB V auf sogenannte Überleitungspflege.

Der Anspruch besteht für bis zu vier Wochen pro Krankheitsfall. In begründeten Ausnahmefällen kann dieser von der Krankenkasse – nach Einschalten des Medizinischen Dienstes – verlängert werden. Die Überleitungspflege kann nur genutzt werden, wenn keine Pflegebedürftigkeit gemäß §14 SGB XI vorliegt. Zur Übergangspflege kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Kurzzeitpflege gehören, ohne dass ein Pflegegrad vorliegt.

Ausweitung der Leistung für eine Haushaltshilfe

Wenn Sie eine Überleitungspflege benötigen, können Ansprüche für eine Haushaltshilfe aber auch konkret für die Kurzzeitpflege geltend gemacht werden. Der Anspruch besteht für höchstens acht Wochen im Kalenderjahr und beträgt maximal 1.612 Euro.

Sind die Voraussetzungen der Überleitungspflege erfüllt, und lebt im Haushalt ein Kind, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist, verlängert sich der Leistungsanspruch auf längstens 26 Wochen.

Türen sind zu schmal für den Rollstuhl, Stufen werden zum unüberwindbaren Hindernis … Oft ist aufgrund der Pflegebedürftigkeit ein Umbau nötig. Doch dieser kostet viel Geld.

Zum Umbau oder zum Verbessern des Wohnumfeldes können Sie Zuschüsse von der Pflegekasse erhalten – bereits ab Pflegegrad 1. Voraussetzung ist, dass hierdurch die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert wird, oder für den Pflegebedürftigen eine möglichst selbstständige Lebensführung wiederhergestellt werden kann.

Unter die sogenannten wohnumfeldverbessernden Maßnahmen nach §40 Abs. 4 SGB XI fallen entweder Umbaumaßnahmen oder technische Hilfen im Haushalt.

Welche Maßnahmen werden bezuschusst?

Maßnahmen, die einen Eingriff in die Bausubstanz erfordern, zum Beispiel der Einbau von Liftsystemen in Badezimmern, eines fest installierten Treppenliftes oder auch Türverbreiterungen
Einbau beziehungsweise Umbau von vorhandenem Mobiliar, das aufgrund der konkreten Pflegesituation individuell umgestaltet oder hergestellt werden muss: zum Beispiel Austausch einer Badewanne durch eine ebenerdige Duschtasse oder die Absenkung von Küchenhängeschränken
Auch ein Umzug kann als Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes angesehen werden, sofern die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind – zum Beispiel bei einem Umzug von einer Wohnung im Obergeschoss ins Erdgeschoss
Pro Maßnahme können grundsätzlich bis zu 4.000 Euro pro Person geltend gemacht werden. Wenn in einem gemeinsamen Haushalt mehr als vier Pflegebedürftige leben, kann insgesamt ein Betrag von bis zu 16.000 Euro abgerufen werden.

Pflege ist sehr teuer. So kommt es vor, dass die Kosten für die Pflege höher sind als die finanziellen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Dann muss die Pflegeleistung oder das Pflegeheim aus eigenen Mitteln bezahlt werden, zum Beispiel aus den Ersparnissen. Oft reichen diese aber nicht lange aus, um die anfallenden Kosten decken zu können. Damit die Pflege trotzdem sichergestellt ist, können Pflegebedürftige beim Sozialamt die sogenannte „Hilfe zur Pflege“ beantragen.

Wer hat Anspruch auf Hilfe zur Pflege?

Anspruch auf Hilfe zur Pflege besteht, wenn die pflegebedürftige Person und deren Ehepartner/-in nicht in der Lage sind, die Kosten für die Pflege selbst aufzubringen, und auch mögliche unterhaltspflichtige Personen, wie Kinder, nicht zur Leistung herangezogen werden können.

Wie hoch die Hilfe zur Pflege ist, legt das Sozialamt anhand des Einkommens und Vermögens der pflegebedürftigen Person und deren Ehepartner/-in fest.

Die Hilfe zur Pflege steht auch erkrankten und behinderten Menschen zu, die voraussichtlich für weniger als sechs Monate Pflege benötigen oder einen geringeren Bedarf als Pflegegrad 1 haben.

Welche Bereiche deckt die Hilfe zur Pflege ab?

Die Hilfe zur Pflege unterstützt die Bereiche der häuslichen, stationären und teilstationären Pflege sowie der Kurzzeitpflege. Außerdem kann die Hilfe zur Pflege für Aufwendungen für Pflegehilfsmittel eingesetzt werden. Die häusliche Pflege hat hierbei Vorrang vor der stationären Pflege.

Wie und wo kann ich den Antrag auf Hilfe zur Pflege stellen?

Reichen das eigene Einkommen und Vermögen der pflegebedürftigen Person und deren Ehepartner/-in nicht aus, so können Sie beim zuständigen Sozialhilfeträger einen Antrag auf Hilfe zur Pflege stellen.

Tipps:

Warten Sie nicht! Sollten Sie zum leistungsberechtigten Personenkreis gehören, stellen Sie Ihren Antrag sofort. Der Sozialhilfeträger erbringt keine Leistungen für zurückliegende Zeiträume. Bestehende Schulden werden deshalb nicht übernommen. Eine Ausnahme bilden dabei Mietschulden.

Lassen Sie sich von einem fachkundigen Anwalt beraten, wenn Sie unsicher sind, welches Einkommen oder Vermögen vom Sozialamt für die Berechnung eines Anspruchs auf Hilfe zur Pflege herangezogen werden darf.

Wer hat Anspruch auf Hilfe zur Pflege?

Die restlichen anfallenden Betreuungskosten müssen Betroffene in der Regel als Eigenanteil selbst tragen. Können Sie die Pflegekosten nicht bewältigen, übernimmt der Sozialhilfeträger in Form von Hilfe zur Pflege nach SGB XII die Kosten. Dies ist jedoch an ein paar Voraussetzungen gekoppelt:

  • Pflegebedürftigkeit
  • Leistungen anderer Versicherungen (wie Pflegezusatzversicherungen) decken die Pflegekosten nicht
  • Pflegebedürftige und Verwandte direkter Linie verfügen über kein ausreichendes Einkommen, Rente oder Vermögen
  • Ausmaß der Pflegebedürftigkeit wurde mit einem Pflegegrad gemäß § 61a SGB XII festgelegt

Folgende Personen können daher anhand dieser Kriterien die Unterstützung der Hilfe zur Pflege annehmen:

  • Personen mit Pflegegrad, die die Pflegekosten nicht selber erbringen können
  • Personen, die zwar einen Pflegegrad von 2 bis 5 haben, jedoch voraussichtlich weniger als sechs Monate Pflege benötigen
  • Personen, die nicht krankenversichert waren oder nicht genügend Vorversicherungszeit in der Pflegeversicherung vorweisen können (beispielsweise bei Obdachlosen)

Hat die betroffene Person unterhaltspflichtige Kinder, die finanziell die Pflege unterstützen können, greift die Hilfe zur Pflege nicht.

Wir beraten Sie zu den verschiedenen Finanzierungsoptionen und wie sie die vielfältigen Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen können.

Elternunterhalt – welche Pflegekosten tragen die Kinder?

Bei pflegebedürftigen Eltern fragen die Nachkommen sich zu Recht: Müssen Kinder die Kosten für die Pflege ihrer Eltern übernehmen? Und wenn ja, wann müssen Kinder für die Pflegekosten aufkommen?

Wenn Eltern Ihre eigene Pflege nicht stemmen können, werden Angehörige erster Linie für die Pflegekosten belangt. Können Kinder den Elternunterhalt aufbringen, kommt trotzdem meist zunächst ein Sozialhilfeträger für die Pflegekosten auf. Später wird dieser aber versuchen, den Betrag oder einen Teilbetrag bei den Angehörigen zurückzuholen.

Zur Zahlung von Elternunterhalt sind die Kinder verpflichtet, wenn sie über Mittel verfügen, die über dem gesetzlich festgelegten Selbstbehalt liegen: Seit dem 1. Januar 2015 beträgt der Selbstbehalt bei Kindern 1.800 Euro monatlich und beim Ehepartner 1.440 Euro monatlich. Bei einer Familie beläuft es sich auf 3.240 Euro Unterhalt pro Monat. Einkommen höher als diese Beträge muss anteilig für Unterhaltszahlungen aufgewendet werden.

Folgende Posten können vom anzurechnenden Einkommen abgezogen werden und dieses vermindern:

  • Krankheitsbedingte Ausgaben und Krankheitsvorsorge,
  • Darlehensverbindlichkeiten und Tilgungen der Baufinanzierung für Eigentum,
  • private Altersvorsorgekosten, bis zu fünf Prozent des Einkommens (Brutto),
  • Unterhaltspflichten gegenüber Ehepartnern oder eigenen Kindern
  • Berufsbedingte Aufwendungen wie etwa Fahrtkosten,
  • Ausgaben für regelmäßige Besuche der Eltern

Beispiel für die Kosten einer Betreuung Zuhause

Das folgende Berechnungsbeispiel für die Kosten einer Betreuung Zuhause richtet sich nach einer üblichen Anfrage für eine Rundum-Betreuung in den eigenen vier Wänden durch eine osteuropäische Betreuungskraft. Die Betreuungskraft im aufgeführten Beispiel besitzt mittlere Sprachkenntnisse und ist geschult in der Ausführung von grundpflegerischenfürsorglichen und hauswirtschaftlichen Arbeiten für die zu pflegende Person.

Kosten für eine Alltagsbetreuung pro Tag 94,00 Euro x 30 Tage2.820,00 Euro
Fahrtkosten für die An- und Abreise sind bereits inklusive0,00 Euro
Abzüglich Pflegegeld bei Pflegegrad 3**545,00 Euro
Entstehende Kosten für eine Alltagsbetreuung pro Monat2.275,00 Euro

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Berater (Pflegeversicherung / Steuerberater).

* Das Berechnungsbeispiel bezieht sich auf die durchschnittlich in Anspruch genommene Leistung. Sie haben das Recht, einen Vertrag binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses, nicht jedoch, bevor wir Sie über das Widerrufsrecht belehrt haben. Die Informationen zum Widerrufsrecht ist in jedem Vertrag enthalten. Beim Vertragsabschluss fällt bis Ende März keine Startgebühr an. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 2 Monate. Die ordentliche Kündigungsfrist beträgt einen Monat.
** Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen des § 37 SGB XI vorliegen.
*/** Wegen der Einzelheiten sprechen Sie bitte mit Ihrer Pflegeversicherung oder lassen Sie sich individuell beraten.
Alle Preise verstehen sich inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

FAQs

Der Anspruch auf Verhinderungspflege besteht, wenn die Pflegeperson aus verschiedenen Gründen wie Erholungsurlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert ist. Anteiliges Pflegegeld wird während der Verhinderungspflege für bis zu vier Wochen je Kalenderjahr in Höhe der Hälfte der vor Beginn der Verhinderungspflege geleisteten Höhe weitergezahlt. Die Verhinderungspflege wird für höchstens 42 Kalendertage im Jahr gezahlt.

Der Betrag der Pflegekassen kann sich im Jahr auf bis zu 1.612 € belaufen. Für weitere Informationen zur Finanzierung der Verhinderungspflege können Sie sich jederzeit bei uns melden und wir beraten Sie gerne.

Wer beispielsweise nach einer Operation noch Pflege benötigt und nicht direkt fit ist, kann Kurzzeitpflege erhalten.  Der Anspruch auf Kurzzeitpflege gilt allerdings nur für einige Wochen im Jahr oder für Pflegekosten in Höhe von bis zu 1612 Euro. Wer einen Pflegegrad hat, kann im Anschluss eine Verhinderungspflege beantragen. Lassen Sie sich von uns zur Finanzierung einer temporären Pflege beraten, wir helfen Ihnen gerne kostenlos & unverbindlich weiter.

Pflegekosten können in der Steuererklärung berücksichtigt werden, wenn es sich um eine haushaltsnahe Dienstleistung handelt. Der Angehörige eines Pflegebedürftigen muss der Auftraggeber der Pflegedienstleistungen sein und die Leistungen müssen entweder im Haushalt des Angehörigen oder des Pflegebedürftigen erbracht werden.

Von den Aufwendungen für Pflege können bis zu 20 Prozent direkt von der Einkommensteuer abgezogen werden. Maximal werden vom Finanzamt 4.000 EUR pro Jahr abgezogen.

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Für eine entscheidende Antwort in Ihrem persönlichen Fall sollten Sie einen Fachanwalt für Familien- und Sozialrecht aufsuchen. In gewissen Fällen kann verlangt werden, dass das Eigenheim verkauft wird. Denn das gesamte verwertbare Vermögen muss für die Pflege herangezogen werden.

Die Entscheidung über die Pflegebedürftigkeit fällt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK), der sich aus Ärzten, Pflegefachkräften und anderen Spezialisten zusammensetzt. Ein MDK-Mitarbeiter beurteilt den Antragsteller im Hinblick auf die Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Bereichen. Die Entscheidungsgrundlage über Pflegebedürftigkeit ist das vom MDK erstellte Gutachten.

Betreuungs- und Pflegebedürftige haben Anspruch auf Leistungen ihrer Pflegeversicherung. Ob Anspruch auf Pflegegeld oder andere Leistungen besteht, richtet sich nach dem jeweiligen Pflegegrad.

Selbstverständlich bietet jedes Heim noch unzählige Zusatzleistungen an, die für etwas mehr Komfort zusätzlich zu den Heimkosten gebucht werden können und die Standardleistungen übersteigen. Dabei kann es sich um die Zimmergröße, eine besondere Ausstattung oder zusätzliche Serviceleistungen handeln.

Zu den Pflegekosten zählen die Pflege- und Betreuungsleistungen der stationären Pflege. Darunter fallen beispielsweise sämtliche pflegerischen Tätigkeiten, wie die Hilfe bei der Nahrungsaufnahme und die hygienische Körperpflege. Außerdem fällt die medizinische Behandlungspflege darunter, beispielsweise die Versorgung mit Medikamenten.

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