Senioren in der Sommerhitze: Tipps & Tricks bei Gefahren durch Hitze

18.12.2020 Promedica24-Redaktion
Bewerte diesen Artikel

Der Sommer ist für viele die schönste Jahreszeit. Die hohen Temperaturen laden zum Verweilen im Grünen und zu Aktivitäten unter freiem Himmel ein. Steigen die Temperaturen zu sehr, wird es für ältere Menschen schnell unangenehm. Für Senioren stellt die Hitze eine gesundheitsgefährdende Belastung dar.

Betreuungskraft und Senioren umarmen sich.

Das Wichtigste im Überblick

  • Wegen des verlangsamten Kreislaufs, können Senioren die Körperinnere Temperatur schlechter regulieren. Sie müssen von außen nachhelfen.
  • Ein Hitzschlag tritt bei Senioren vermehrt auf, wenn sie nicht genug trinken und sich obendrein in der Mittagszeit, wenn die Temperatur am höchsten ist, draußen aufhalten.
  • Zu geringer Sonnenschutz für den Kopf lässt die Temperatur im Gehirn schnell ansteigen. Senioren riskieren damit, ohnmächtig zu werden und sich bei einem Sturz zu verletzen.
  • Durch eine an die Temperaturen angepasste Lebensweise, kann die Sommerhitze gut überstanden werden.

Warum vertragen Senioren die Hitze im Sommer schlechter?

Der Stoffwechsel verlangsamt sich mit dem Alter. Mitverantwortlich dafür ist der sich verändernde Hormonhaushalt. Darum können Senioren die Körperinnere Temperatur schlechter regulieren.

Gleichzeitig verspüren ältere Menschen weniger Durst. Das liegt an der verringerten Speichelbildung. Dadurch trinken sie weniger. Zudem sinkt die Fähigkeit der Nieren, den Harn zu konzentrieren und der Körper scheidet mehr Urin aus. Das trägt zusätzlich zu einem Mangel im Flüssigkeitshaushalt bei.

Wann kann eine Hitzeerschöpfung oder Hitzeschlag bei Senioren auftreten?

Ein Hitzeschlag kommt häufiger vor, als man denkt. Jährlich gehen tausende Krankenhausbehandlungen in den Sommermonaten auf Hitzeschlag zurück. Nicht selten sie die behandelten Patienten Senioren, die das Risiko der hohen Wärmeeinwirkungen auf ihren Körper unterschätzt haben. Zu große Hitze führt auch im schlimmsten Fall zum Tod. Steigt die Körpertemperatur auf über 39° Grad an, wird der Körper in einen fieberartigen Zustand versetzt. Durch vermehrtes Schwitzen, versucht der Körper die Temperatur in seinem Inneren zu senken. Damit verliert er zusehends an Flüssigkeit und Elektrolyten. Vernachlässigen Senioren auch dann noch das Trinken, steigt die Temperatur im Körper weiter an. Bei 42° Grad im Körperinneren, gerinnen die Eiweißverbindungen in den Zellen und der Körper kollabiert wegen Dehydration.

Erkrankungen und körperliche Belastungen, seien sie noch so leicht, beeinträchtigen die körpereigene Temperaturregulierung zusätzlich. Besonders anfällig sind Senioren mit Übergewicht oder Bluthochdruck. Verschiedene Medikamente fördern ebenfalls die Hitzeanfälligkeit.

Mit welchen Symptomen kündigt sich eine Hitzeerschöpfung bei Senioren an?

Die wichtigsten Anzeichen eines sich andeutenden Hitzeschlags bei Senioren sind folgende:

  • Kreislaufprobleme
  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Unwohlsein sind
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • erhöhter Pulsschlag
  • trockener Mundraum
  • Verwirrtheit

Mit einfachen Maßnahmen kommen Senioren gut durch die warme Jahreszeit. Die folgenden Tipps & Tricks richten sich an normal gewichtige Senioren ohne Medikamenteneinnahme und verschiedene Vorerkrankungen. Sofern einer dieser Risikofaktoren zutrifft, sollte der Hausarzt konsultiert werden.

Wie können sich Senioren vor der Sommerhitze schützen?

Es gibt zahlreiche Verhaltensweisen, mit denen Senioren die Sommerzeit auch unter großer Hitze besser vertragen. Dafür müssen sie nicht einmal größere Einschnitte in ihrem gewohnten Tagesablauf hinnehmen.

Tipp 1: Auf eine ausreichende Trinkmenge achten

Um die tägliche Trinkmenge bei Senioren von den empfohlenen 1,5 Liter zu erhöhen, sollten folgende Hinweise berücksichtigt werden.

Stellen Sie Getränke möglichst immer in Sicht- und Reichweite auf und füllen sie regelmäßig nach. Sofern Sie einen Trinkplan erstellen und Karaffe(n) mit mindestens 2 Litern Inhalt täglich vorbereiten, haben Sie eine einfache Orientierung bei der Trinkmenge. Achten Sie auf eine zimmerwarme Temperatur der Getränke. Eiskalte Getränke versetzen den Körper in eine Art Schock. Durch einen erhöhten Puls erhöht er die Temperatur und der Hitzeschlag wird noch gefördert. Getränke sollten auch bei den Mahlzeiten bereitstehen. Bauen Sie feste Trinkrituale in den Tagesablauf ein. Zum Beispiel können Sie sich angewöhnen, vor jeder Mahlzeit ein Glas Wasser zu trinken.

Tipp 2: Anpassung des Speiseplans für mehr Frische

Fettarme und leichte Kost vertragen Senioren bei großer Hitze besonders gut. Schwer Verdauliches und fettreiche Nahrung belastet den Kreislauf während des Verdauungsvorgangs zusätzlich.

Wasserhaltige Mahlzeiten wie Suppen oder in mundgerechte Stücke geschnittenes Obst und Gemüse helfen bei der Flüssigkeitszufuhr. Farbenfrohe Getränke (Schorlen, Mich-Mix-Getränke) oder auch farbige Trinkgefäße sorgen für Abwechslung und suggerieren Frische. Reduzieren Sie den Salz- und Zuckergehalt in Getränken und Mahlzeiten während heißer Sommertage. Achten Sie vielmehr auf eine ausreichende Vitamin- und Mineralzufuhr. Am besten geeignet sind flüssigkeitsreiche Obst- und Gemüsesorten, wie zum Beispiel Salat oder Melone. Besonders für Senioren, die schlecht greifen können, sollten Trinkgefäße eine hohe Griffigkeit des Trinkgefäßes aufweisen.

Tipp 3: Bewegung ist gut – Allerdings nicht in der Mittagshitze

Während einige Senioren die Risiken der Sommerhitze ignorieren und sich im Freien aufhalten, tun andere das genaue Gegenteil. Um der Hitzeeinwirkung zu entgehen, bleiben viele ältere Menschen lieber zu Hause, anstatt an die frische Luft zu gehen. Ein Fehler, denn Bewegung fördert die Durchblutung und stärkt das Immunsystem. Dabei gilt es jedoch, ein paar Dinge zu beachten:

Es muss nicht gleich die große Runde im Park sein. Wer sich im Sommer schlapp fühlt, dem ist auch mit einem kleinen Spaziergang um den Häuserblock geholfen. Sich ein bisschen die Beine zu vertreten, bringt den Kreislauf in Schwung und hält fit. Wichtig ist es dabei, die Mittagshitze zu meiden und eine Strecke zu wählen, die Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen bietet. Gönnen Sie sich eine ausgedehnte Pause in den Mittagsstunden und verlagern die Aktivitäten im Freien in die kühleren Abendstunden oder den frühen Morgen.

Tipp 4: Schattige Wege und kühle Aufenthaltsplätze auswählen

Sollte Sie sich doch in der Mittagszeit draußen aufhalten müssen, bewegen sie sich möglichst im Schatten und suchen kühle Räume auf. Tatsächlich sind alte Gebäude, wie etwa Kirchen wegen der dicken Wände auch bei über 35° Grad Außentemperatur im inneren noch angenehm kühl. Auch Weinkeller oder Tunnel sind kühler, genauso wie Fußwege unter Bäumen. Halten Sie Abstand von Hausfassaden und Fahrzeugen. Diese strahlen besonders viel Wärme zurück.

Sofern ein Springbrunnen, Becken oder Fluss in der Nähe ist, seien Sie nicht wählerisch und kühlen sich ab. Füße im kalten Nass oder etwa Wasser im Nacken wirken Wunder.

Tipp 5: Kopfbedeckung und helle Stoffe  

Um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, sollten Senioren das Haus im Sommer nicht ohne Kopfbedeckung und Sonnenschutz auf der Haut verlassen. Gut ist es außerdem, helle Kleidung zu tragen, da sie sich weniger stark aufheizt. Luftige Blusen, Hemden und Hosen kühlen zusätzlich, da so zwischen Körper und Stoff eine natürliche Isolierung bildet. Natürlich darf auch die Sonnencreme nicht vergessen werden.

Tipp 6: Ruhe statt Trubel Menschenansammlungen erzeugen zusätzlichen Stress

Wo sich viele Menschen an einem Ort aufhalten, kann es schnell stickig werden – ob in Bussen, Bahnen oder aber bei einem Stück Kuchen im Stadtcafé. Wer sich schlapp fühlt, aber trotzdem nicht auf Bewegung verzichten möchte, sollte Menschenansammlungen wie diese meiden. Wenn die Luft aufgeheizt ist, kann es bei Senioren schnell zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen.

Tipp 7: Senioren sind sicherer in der Sommerhitze unterwegs mit einer Betreuungskraft

Trotz großer Mittagshitze ist es keine Lösung, während der langen Sommertage monatelang nur unter sich zu sein. Gesellschaft ist wichtig für Senioren. Bei einer bestehenden Pflegebedürftigkeit, die mit Mobilitätseinschränkungen, Demenz oder Übergewicht einhergeht, sollten die Betroffenen eine Betreuungskraft haben, die rund um die Uhr auf sie aufpasst und ihnen Aufgaben abnehmen, die ihnen schwerfallen. Das gibt sowohl den Senioren, als auch deren Angehörigen das sichere Gefühl, dass auch bei großer Hitze jemand zur Stelle ist, wenn Hilfe benötigt wird.

Weitere Beiträge