Bluthochdruck im Alter: Das sollten Sie wissen

18.06.2021 Promedica24 Redaktion
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Bluthochdruck betrifft Menschen jeden Alters. Am häufigsten sind jedoch Senioren betroffen. Etwa 75 % aller Menschen zwischen 70 und 80 Jahren sind von Bluthochdruck betroffen. Bleibt der Bluthochdruck lange unbehandelt, hat das Folgen auf den gesamten Herz-Kreislauf.

Bluthochdruck am Oberarm messen

Das Wichtigste in Kürze

  • Etwa 75 % aller deutschen Senioren, die älter als 70 Jahre alt sind, haben Bluthochdruck.
  • Die häufigsten Ursachen für Bluthochdruck sind eine falsche Ernährungsweise und Übergewicht.
  • Die ersten Anzeichen sind vermehrte Kopfschmerzen und ein Druckgefühl im Brustkorb.
  • Die Folgen von Bluthochdruck sind ein dauerhaft überlastetes Herz bis zum Infarkt.
  • Mit der Umstellung auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung kann das Herz deutlich entlastet werden.

Wann ist der Blutdruck zu hoch?

Zu einem der häufigsten Gesundheitsprobleme von Senioren zählt der Bluthochdruck. Nicht immer verbirgt sich hinter einem leichten Ziehen oder Drücken im Brustkorb gleich Bluthochdruck. Bei längeren Beschwerden sollten die Betroffenen den eigenen Blutdruck messen lassen. Als normaler Blutdruck gilt <120 systolisch und <90 diastolisch. Oft steigen diese Werte, ohne das Leben zu gefährden. Es wird allgemein in der deutschen Gesellschaft angenommen, dass der Grenzwert der Messung, ab dem über Bluthochdruck gesprochen wird, 140-160 systolisch und 90-95 diastolisch ist.

Anzeichen für Bluthochdruck im Alter

Die Symptome für Bluthochdruck werden von Senioren nicht immer richtig eingeordnet. Denn viele der hier aufgeführten Anzeichen für Bluthochdruck im Alter tauchen einzeln auf oder lassen sich anderen alterstypischen Krankheitsbildern zuordnen.

Kopfschmerzen: Die Schmerzen treten dabei vorzugsweise am Hinterkopf oder oben auf dem Kopf auf. Manche Betroffenen schildern die Kopfschmerzen so ein, dass sie im gesamten Kopf empfunden werden.

Ohrensausen: Das Sausen im Ohr betrifft meist beide Ohren. Dahinter steckt das Muschel-Phänomen. Die Betroffenen hören ihr eigenes Blut durch die dünne Haut in der Ohrmuschel rauschen. Ohrensausen ist bei Senioren mit Bluthochdruck sehr gut nachvollziehbar. Bei manchen tritt das Ohrensausen schon am Morgen und bei manchen erst am Nachmittag auf. Tritt das Ohrensausen erst im Tagesverlauf und nach Belastung auf, ist das ein sicheres Indiz für eine vorübergehende Überbelastung des Herz-Kreislauf-Systems. In solchen Situationen sollten sich die Patienten schonen.

Augenflimmern und Punkte vor den Augen: Die betroffenen Personen meinen, dass diese Erscheinung zunimmt, je näher der Abend rückt.

Herzrasen: Ein erhöhter Puls tritt größtenteils zu verschiedenen Tageszeiten auf. Gerade, wenn das Herz übermäßig belastet wird, steigt neben dem Blutdruck auch die Herzfrequenz. Manchmal kommt es auch in der Nacht zu plötzlich auftretendem Herzrasen. Flacht dieses auch nach mehr als 30 Minuten nicht ab, sollten die Patienten sich medizinische Hilfe holen lassen. Sollten die Patienten für solche Fälle entsprechende Medikamente vom Arzt verschrieben bekommen haben, sollten sie die vorgeschriebene Dosis einnehmen. In der Regel nehmen die Beschwerden innerhalb weniger Minuten ab, sodass die Betroffenen die restliche Nacht durchschlafen können.

Schwindelgefühl: Treten die Beschwerden bereits morgens beim Aufrichten im Bett auf, sollten schnellstmöglich mit der Behandlung der Ursachen des Bluthochdrucks. Im schlimmsten Fall werden die Patienten bettlägerig, weil sie sich überlastet fühlen. Wird dann nicht auf eine gesunde Ernährung geachtet, nehmen die Senioren weiter zu und geraten in einen Teufelskreis. Sofern die Beschwerden tagsüber auftreten, sollte kurzzeitig die körperliche Belastung reduziert werden.

Schlafprobleme: Hier wird danach unterschieden, ob Senioren Schwierigkeiten beim Einschlafen haben, oder ob sie unter häufigem Aufwachen in der Nacht leiden. Manchmal treten beide Symptome auf. Die nötige aktive Herzaktivität sorgt für das Ausschütten des Hormons Adrenalin, was die Senioren wachhält. Sie kommen nicht zu Ruhe. Die Ausschüttung des Hormons Melatonin hilft den Patienten beim Einschlafen und Durchschlafen.

Wiederholtes Nasenbluten: Der erhöhte Druck in der Nase führt bei leichtesten Verletzungen und Reizungen zu Nasenblutungen, die bisweilen sehr stark ausfallen können. Jedoch gehört dieses Symptom zu denen, die höchst selten beobachtet werden.

Hinweis: Die Symptome treten nicht bei allen Personen gleichermaßen auf. Einige Anzeichen sind bei einigen Senioren stärker ausgeprägt als bei anderen. Wiederum treten mache Symptome gar nicht auf.

Behandlung von Bluthochdruck im Alter

Die Symptome sind bei den Personen jedoch nicht immer gleich. Dies ergibt sich daraus, dass die Erscheinungen von Bluthochdruck sehr unterschiedlich sind und sogar 50 % der Personen mit Bluthochdruck gar keine Symptome haben. Deshalb empfehlen Kardiologen, jeder Erwachsene solle seinen Bluthochdruck einmal im Jahr untersuchen lassen. Bei pflegebedürftigen Senioren empfiehlt es sich, die ambulante Pflege zu Hause in Anspruch zu nehmen. Die Pflegekräfte messen regelmäßig den Blutdruck und sind dazu berechtigt, entsprechende Medikamente zu geben.  

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Ernährungsweise bei Bluthochdruck im Alter

Die Reduktion des Salzgehalts in der Nahrung reicht oft schon aus, um den Blutdruck zu senken. Eine gesunde fettarme Ernährungsweise kann helfen den Blutdruck zu senken. Ziel ist es, das Gewicht zu stabilisieren oder bestenfalls auf Normalniveau zu senken. Das richtige Körpergewicht hat einen großen Einfluss auf den Cholesterinspiegel. Dieser gibt an, ob zu viele Fette in den Blutbahnen abgelagert werden. Eine Verkalkung der Blutgefäße durch Cholesterin führt zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Die Mahlzeiten sollten alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente enthalten.

Empfehlenswerte Fette sind solche, die sich in Fisch oder Hülsenfrüchten befinden. Dort sind die wertvollen Omega-3-Säuren enthalten. Zudem wird Vollkornbrot empfohlen, da es die Quelle von Ballaststoffen ist, die das schlechte Cholesterin senken. Pflegebedürftige mit Bluthochdruck sollten auch Säfte aus Apfelbeeren (Aronia), Johannisbeeren und Grapefruit trinken. Dies muss jedoch zuvor mit dem Arzt besprochen werden, weil manche Medikamente mit den Saftbestandteilen in Wechselwirkung treten und den Blutdruck plötzlich unkontrolliert senken könnten.

Was sollte man bei Bluthochdruck im Alter beachten?

Neben einer gesunden ausgeglichenen Ernährungsweise ist regelmäßige körperliche Betätigung für Senioren wichtig, um die möglichst lange selbstbestimmt mobil zu bleiben. Die regelmäßige Anstrengung erhöht die Herzfunktion auf verträgliche Weise und wirkt sich positiv auf das ganze Kreislaufsystem aus. Der tägliche Spaziergang ist vollkommen ausreichend. Wer sich fit halten will, sollte aktiv Sport betreiben.

Ebenfalls wichtig ist ausreichend Erholung für Körper und Seele. Durch die Entspannung wird das Stress-Niveau gesenkt. Stress hat Einfluss auf den Blutdruck.

Rundum-Betreuung ergänzt die ambulante Pflege

Zeigt der Bluthochdruck bereits ernstzunehmende Folgen oder kam es schon zu einem schweren Herzinfarkt oder Schlaganfall, ist es sinnvoll neben dem ambulanten Pflegedienst zur häuslichen Versorgung des Patienten eine Rundum-Betreuung in Anspruch zu nehmen. Die Betreuungskräfte aus Osteuropa übernehmen die täglich anfallenden Aufgaben der Haushaltsführung und unterstützen die Pflegebedürftigen bei niederschwelligen körper-pflegerischen Tätigkeiten. So kümmern sich die Betreuungskräfte etwa um die herzgesunde Ernährung der Senioren und die Mobilisierung bei Einschränkungen. Damit wird den pflegebedürftigen Senioren ein Lebensabend in ihrer gewohnten Umgebung ermöglicht, was für sie deutlich weniger stressig ist, als eine Unterbringung in einem Heim.