Schlaganfall Symptome & Arten im Alter

18.06.2021 Promedica24-Redaktion
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Das Risiko eines Schlaganfalls steigt mit dem Alter. Bei einem Schlaganfall gibt es viele Anzeichen, die eindeutig auf einen Hirnschlag hindeuten. Im Folgenden sind die wichtigsten Symptome eines Schlaganfalls aufgelistet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Schlaganfall kann sich in jedem Alter ereignen. Jedoch sind mehr als die Hälfte der Betroffenen bei ihrem ersten Schlaganfall älter als 70 Jahre.
  • Bis zu einem Alter von 80 Jahren sind Männer deutlich häufiger von einem Schlaganfall betroffen, als Frauen.
  • Es gibt mehrere Arten von Schlaganfällen, wobei alle die gleichen Symptome auslösen.
  • Mithilfe der FAST Methode können auch Laien einen Schlaganfall einfach feststellen.
  • Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Je länger ein Patient auf seiner Behandlung wartet, desto mehr Nervenzellen sterben ab.
  • Das Wichtigste bei einem Schlaganfall: Sofort den Notarzt und den Rettungswagen alarmieren.
  • Jedoch bleiben bei den meisten Patienten nach einem Schlaganfall nach der Behandlung bleibende körperliche und psychische Beeinträchtigungen.

Welche Arten von Schlaganfällen gibt es?

Es gibt zwei Arten von Schlaganfällen (Apoplex). Die erste ist die Minderdurchblutung und tritt bei 80 % aller Fälle auf. Sie wird durch den Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel verursacht. Wenn dagegen im Gehirn ein Gefäß platzt und es zur Blutung kommt, hat man es mit einem Schlaganfall aufgrund der Blutung zu tun. Fließt das Blut nicht korrekt durch das Gehirn, so kann es ihm nicht die richtige Sauerstoffmenge liefern. Das Gehirn kann dann ernsthaft geschädigt werden.

Welche Schlaganfall-Symptome gibt es?

Die ersten Anzeichen eines Schlaganfalls sind starke Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen. Diese können von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Auf diese Schlaganfall-Anzeichen sollten Sie achten:

  • Sehstörungen in einem oder in beiden Augen
  • Sprechstörungen mit Problemen beim Verstehen von Worten und in der Ausdrucksweise
  • Gehstörungen mit Gleichgewichtsverlust und Schwindelgefühl im Kopf
  • Teillähmung oder Lähmungserscheinungen der Gesichts-, Arm- und Beinmuskel, meist auf einer Körperseite
  • Gefühllosigkeit im Gesicht, im Arm oder Bein, meist auf eine Körperhälfte beschränkt
  • starke Schmerzen ohne klare Ursache

So erkennen Sie einen möglichen Schlaganfall

Der sogenannte FAST-Test ist eine einfache Formel, einen möglichen Schlaganfall schnell zu erkennen. Die Abkürzung FAST steht für:

  • Face (Gesicht) – dabei achten Sie darauf, ob der Patient Lähmungserscheinungen im Gesicht aufweist, beispielsweise einen herabhängenden Mundwinkel. Bitten Sie die Person, zu lächeln. Wenn das nicht gelingt, könnte es sich um einen Schlaganfall handeln.
  • Arms (Arme) – die Person soll beide Arme gleichzeitig heben. Eine halbseitige Lähmung ist ein typisches Schlaganfall-Symptom.
  • Speech (Sprache) – im Falle eines Schlaganfalls wird das Gehirn beeinträchtigt, somit auch das Sprachzentrum. Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Ist die Sprache undeutlich oder gelingt gar nicht, ist das ein eindeutiges Anzeichen für einen Hirninfarkt.
  • Time (Zeit) − die Zeit ist bei einem Schlaganfall entscheidend. Beim Auftreten eines der Symptome kann es sich um einen Schlaganfall handeln und Sie müssen schnell handeln. Wählen Sie umgehend den Notruf 112, damit der Patient eine Überlebenschance hat.

Die Schlaganfall-Symptome können bei einzelnen Personen unterschiedlich sein. Es hängt davon ab, wo das Gehirn beschädigt wurde und wie weitflächig die Schädigung bereits aufgetreten ist. Manchmal ist der Schlaganfall schmerzlos. Das ist bei einer transitorisch ischämischen Attacke (TIA) der Fall, die als Vorbote eines Schlaganfalls gilt. Die Warnzeichen können zunächst harmlos erscheinen. Wird dies schnell erkannt, steigert dies die Chancen auf Genesung bei der späteren Behandlung. Vor allem im Zuge einer häuslichen Rundum-Betreuung besteht die Möglichkeit, die Schlaganfall-Symptome frühzeitig zu erkennen und vorzeitig einzuschreiten.

Erste Hilfe Maßnahmen bei einem Schlaganfall

Sofern Sie einen Schlaganfall vermuten, müssen Sie sofort den Notdienst rufen. Nur im Krankenhaus können die Pflegebedürftigen die richtige Hilfe und die lebensrettenden Medika­mente erhalten. Solange Sie auf den Rettungsdienst warten, können Sie weitere Hilfe leisten:

  • Beruhigen Sie die Person, indem Sie mit ihr sprechen und die Aufmerksamkeit auf sich lenken.
  • Haben Sie stets die Atmung des Betroffenen im Blick. Lockern Sie seine Kleidung, wie Kragen, Krawatte oder Halskette und entfernen Sie gegebenenfalls Zahnprothesen.
  • Setzen Sie den Patienten aufrecht hin, dadurch wird die Atmung erleichtert.
  • Messen Sie, wenn möglich, den Puls beziehungsweise den Blutdruck.
  • Sollte der Betroffene bewusstlos werden, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage.
  • Wenn die Atmung aussetzen sollte, beginnen Sie umgehend mit der Herzdruckmassage.

Gönnen Sie sich eine Auszeit von der Pflege mit einer 24 Stunden Betreuung.

Bedenken Sie, dass der Zeitfaktor in diesem Fall ungeheuer wichtig ist! Die meisten Patienten versterben nach einem Schlaganfall, weil die Anzeichen des Hirninfarkts nicht erkannt oder anderweitig gedeutet wurden. Eine gesunde Lebensweise reduziert die Gefahr eines Blutgerinnsels. Menschen mit erhöhter Blutungsneigung sollten ebenfalls bei ihrem Arzt abklären lassen, inwieweit sie von einer Hirnblutung bedroht sind. Ein Schlaganfall kann immer und überall passieren. Darum ist es so wichtig, die Symptome richtig einordnen zu können und schnell die Maßnahmen zur Ersten Hilfe einzuleiten.