Schlaganfall: Ursachen, Arten, Behandlung und Folgen

26. September 2021 Franziska Schütz
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    Plötzlich verliert ein geliebter Mensch die Kontrolle über seinen Körper. Der Arm reagiert nicht mehr, die Sprache versagt, Angst macht sich breit. Ein Schlaganfall verändert das Leben von einer Sekunde auf die andere grundlegend. In Deutschland erleiden jährlich rund 270.000 Menschen dieses Schicksal. Sie stehen nun vor riesigen Herausforderungen im Alltag. Wir begleiten Sie durch diese schwere Zeit und vermitteln Ihnen das nötige Wissen.

    Das Wichtigste im Überblick

    • Definition: Ein Schlaganfall beschreibt eine plötzliche Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn.
    • Notfall: Wählen Sie bei jedem Verdacht sofort den Notruf 112!
    • Hauptformen: Unterschieden werden der ischämische Schlaganfall (Gefäßverschluss) und der hämorrhagische Schlaganfall (Hirnblutung).
    • Ursachen: Gefäßverkalkung, Blutgerinnsel und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern lösen die Anfälle meist aus.
    • Häufigkeit: Der Schlaganfall gehört in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen und ist der Hauptgrund für dauerhafte Behinderungen im Erwachsenenalter.
    • Therapie: Eine schnelle Akutbehandlung auf der Spezialstation (Stroke Unit) rettet Leben und verhindert Folgeschäden.
    • Rehabilitation: Physio-, Ergo- und Logopädie helfen Betroffenen dabei, verloren gegangene Fähigkeiten neu zu erlernen.
    • Unterstützung: Eine 24 Stunden Pflege unterstützt und entlastet Familien nachhaltig im Pflegealltag.

    Was ist ein Schlaganfall?

    Ein Schlaganfall beschreibt eine plötzliche Störung der Blutversorgung im Gehirn. Nervenzellen erhalten dadurch zu wenig Sauerstoff sowie Nährstoffe und sterben innerhalb weniger Minuten ab. Mediziner nennen dieses Krankheitsbild auch Apoplex, Hirninfarkt oder zerebralen Insult.

    Für Sie als Angehörige bedeutet diese Diagnose oft einen tiefen Einschnitt. Der Betroffene verliert von einem Tag auf den anderen seine Selbstständigkeit. Sie stehen vor der Aufgabe, den Alltag komplett neu zu organisieren. Das Verständnis der Erkrankung hilft Ihnen dabei, die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen.

    Welche Schlaganfall Symptome treten bei Frauen und Männern auf?

    Die Anzeichen variieren stark je nach betroffener Hirnregion. Oft zeigt sich die Erkrankung bei Männern und Frauen unterschiedlich. Während Männer meist klassische Ausfälle zeigen, weisen Frauen häufiger atypische Begleitsymptome auf.

    Schlaganfall Symptome nach Körperregionen

    • Kopf und Gesicht: Plötzlich herabhängender Mundwinkel, einseitige Gesichtslähmung, Sehverlust auf einem Auge, Doppelbilder oder Gesichtsfeldausfälle.
    • Mund und Sprache: Lallende, undeutliche Aussprache, plötzlicher Wortfindungsverlust oder Unfähigkeit, einfache Sätze zu verstehen.
    • Arme und Beine: Einseitiges Taubheitsgefühl, Kribbeln oder plötzliche Lähmung in einem Arm oder Bein.
    • Ganzkörper und Psyche: Plötzliche Gangunsicherheit, Schwindel, Gleichgewichtsverlust, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit.

    Unterschiedliche Schlaganfall Symptome zwischen den Geschlechtern

    Körperbereich / SymptomSymptome bei MännernAtypische / Zusätzliche Symptome bei Frauen
    Kopf & GesichtEinseitige Gesichtslähmung, Seh- und SprachstörungenZusätzliche Schluckbeschwerden, Gesichtsschmerzen
    BewegungsapparatEinseitige Lähmungen von Arm oder BeinBrustschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen
    Ganzkörper & NervenSchwindel, Gangunsicherheit, plötzliche VerwirrtheitKurzatmigkeit, Übelkeit, Herzklopfen, Ohnmachtsanfälle

    Ausführliche Beschreibungen aller Anzeichen finden Sie in unserem Ratgeber Schlaganfall Symptome & Arten im Alter.

    Wie erkennt man einen Schlaganfall und was ist im Notfall zu tun?

    Bei einem Verdacht zählt jede Sekunde. Im medizinischen Bereich gilt der Leitsatz „Time is Brain“ (Zeit ist Hirn).

    So testen Sie den Verdacht mit dem FAST-Test

    Nutzen Sie den einfachen FAST-Test, um Anzeichen in Sekunden zu überprüfen:

    1. F – Face (Gesicht): Bitten Sie die Person zu lächeln. Verzieht sich das Gesicht einseitig?
    2. A – Arms (Arme): Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorne zu heben und die Handflächen nach oben zu drehen. Sinkt ein Arm nach unten?
    1. S – Speech (Sprache): Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen. Klingt die Sprache waschwebelig oder fehlerhaft?
    2. T – Time (Zeit): Wählen Sie bei mindestens einer Auffälligkeit sofort den Notruf 112!

    Wie viel Zeit bleibt im Notfall bei einem Schlaganfall?

    Das Zeitfenster für die effektive Auflösung eines Blutgerinnsel (Thrombolyse) liegt im Krankenhaus bei idealerweise 3 bis maximal 4,5 Stunden nach den ersten Symptomen. Je schneller der Notarzt eintrifft, desto mehr Hirngewebe retten die Ärzte vor dem dauerhaften Absterben.

    Was müssen Sie sofort tun?

    • Rufen Sie sofort die 112 an und erwähnen Sie ausdrücklich den Verdacht auf einen Schlaganfall.
    • Notieren Sie die genaue Uhrzeit, zu der die ersten Symptome aufgetreten sind.
    • Lagern Sie den Betroffenen ruhig mit leicht erhöhtem Oberkörper (ca. 30 Grad). Bei Bewusstlosigkeit bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage.
    • Geben Sie keine Nahrung oder Getränke, da akute Schluckstörungen zum Ersticken führen können.

    Welche Arten des Schlaganfalls gibt es?

    Mediziner unterteilen die Erkrankung in zwei Hauptformen. Beide Formen führen zu ähnlichen Ausfällen, entstehen aber auf unterschiedliche Weise.

    Form des SchlaganfallsUrsacheHäufigkeit
    Ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt)Ein Blutgerinnsel verstopft eine Ader im Gehirn.ca. 80 bis 85 % aller Fälle
    Hämorrhagischer Schlaganfall (Hirnblutung)Ein Blutgefäß im Gehirn platzt oder reißt.ca. 15 bis 20 % aller Fälle
    Transitorische Ischämische Attacke (TIA)Eine vorübergehende Durchblutungsstörung klingt schnell ab.Frühwarnzeichen für spätere Anfälle

    Beim ischämischen Schlaganfall verstopft ein Blutpfropf ein Gefäß im Gehirn. Das dahinterliegende Gewebe erhält keinen Sauerstoff mehr.

    Beim hämorrhagischen Schlaganfall platzt eine Ader. Blut strömt direkt in das Hirngewebe und drückt auf die umliegenden Nervenzellen.

    Eine Transitorische Ischämische Attacke (TIA) zeigt ähnliche Anzeichen wie ein großer Anfall. Die Beschwerden bilden sich jedoch innerhalb von 24 Stunden vollständig zurück. Werten Sie eine TIA niemals als harmlos, sondern immer als ernstes Warnsignal!

    Schlaganfall Ursachen: Wie entsteht die Erkrankung?

    Die Ursachen des Schlaganfalls liegen meist im Herz-Kreislauf-System. Verengte Gefäße oder geschwemmte Blutgerinnsel blockieren die Blutzufuhr.

    • Arteriosklerose (Gefäßverkalkung): Ablagerungen verengen die Adern über Jahre hinweg und begünstigen Verschlüsse.
    • Blutgerinnsel aus dem Herzen: Bei Vorhofflimmern bildet das Herz kleine Pfropfen. Das Blut schwemmt diese direkt in das Gehirn.
    • Bluthochdruck (Hypertonie): Dauerhaft hoher Druck schädigt die Gefäßwände. Adern werden brüchig und platzen leichter.
    • Ungesunder Lebensstil: Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht schädigen die Gefäße nachhaltig.
    • Vorerkrankungen: Diabetes mellitus und erhöhte Cholesterinwerte steigern das Risiko extrem.

    Welche Folgen und Komplikationen drohen nach einem Schlaganfall?

    Ein Anfall schädigt das Gehirn oft dauerhaft. Rund 50 Prozent aller Betroffenen leben später mit einer unterschiedlich stark ausgeprägten Behinderung. Sie benötigen ständige Hilfe im Alltag oder werden pflegebedürftig.

    • Körperliche Lähmungen: Oft ist eine komplette Körperhälfte gelähmt (Hemiparese).
    • Sprach- und Schluckstörungen: Betroffene finden Worte nicht mehr oder verschlucken sich ständig.
    • Psychische Belastungen: Viele Patienten entwickeln eine Depression oder schwere Angststörungen.
    • Erneutes Risiko: Innerhalb des ersten Jahres erleiden etwa 7 von 100 Betroffenen einen weiteren Anfall.

    Ohne schnelle Hilfe droht der dauerhafte Verlust der Selbstständigkeit. Schlimmstenfalls führt der Sauerstoffmangel im Gehirn zum Tod. Nehmen Sie erste Anzeichen deshalb extrem ernst!

    Diagnose: Wie stellen Ärzte einen Schlaganfall fest?

    Rufen Sie beim kleinsten Verdacht sofort den Rettungsdienst unter der Nummer 112. Notärzte liefern den Patienten direkt auf einer Spezialstation (Stroke Unit) ein.

    1. Erstuntersuchung: Der Notarzt prüft Reflexe, Sprachvermögen und Beweglichkeit.
    2. Bildgebende Verfahren: Eine Computertomographie (CT) zeigt sofort, ob eine Blutung oder ein Verschluss vorliegt.
    3. Ultraschall: Ärzte untersuchen die Halsschlagadern auf Verengungen.
    4. EKG und Blutbild: Das Team sucht nach Herzrhythmusstörungen und misst wichtige Blutwerte.

    Behandlung und Therapie: Was hilft nach dem Schlaganfall?

    Die Akutbehandlung beginnt direkt im Krankenhaus. Bei einem ischämischen Schlaganfall lösen Ärzte das Gerinnsel mit Medikamenten auf (Thrombolyse). Manchmal entfernen Spezialisten den Pfropf mit einem Katheter (Thrombektomie). Bei einer Hirnblutung stoppen Chirurgen die Blutung operativ.

    An die Akutphase schließt sich die Rehabilitation an. Hier lernen Patienten verlorene Fähigkeiten Schritt für Schritt zurück.

    • Physiotherapie: Baut Muskeln auf und verbessert die Gehfähigkeit.
    • Ergotherapie: Trainiert alltägliche Handgriffe wie Anziehen oder Zähneputzen.
    • Logopädie: Behandelt Sprachprobleme und Schluckstörungen gezielt.

    7 wertvolle Tipps nach einem Schlaganfall für den Pflegealltag Zuhause

    Die Pflege zu Hause fordert Familien jeden Tag aufs Neue heraus. Mit den richtigen Kniffen erleichtern Sie sich und Ihren Angehörigen das Leben spürbar.

    1. Wohnung absichern: Entfernen Sie Stolperfallen wie Teppiche und schaffen Sie freie Laufwege.
    2. Badezimmer umbauen: Haltegriffe und ein stabiler Duschhocker schenken Sicherheit bei der Körperpflege.
    3. Kleidung anpassen: Nutzen Sie Kleidung mit Klettverschlüssen. Ziehen Sie dem Betroffenen stets zuerst den erkrankten Arm an.
    4. Esshilfen nutzen: Bestecke mit dicken Griffen und Teller mit Rutschschutz erleichtern das eigenständige Essen.
    5. Geduld bewahren: Geben Sie dem Betroffenen ausreichend Zeit zum Antworten und Handeln.
    6. Pflegegrad beantragen: Nutzen Sie finanzielle Hilfen der Pflegekasse für notwendige Umbaumaßnahmen.
    7. Eigenes Wohl beachten: Achten Sie strikt auf Ihre eigenen Leistungsgrenzen!

    Detaillierte Informationen zur Pflege nach dem Krankenhausaufenthalt lesen Sie in unserem Artikel Betreuung nach einem Schlaganfall.

    24 Stunden Pflege im eigenen Zuhause nach einem Schlaganfall

    Nach einem Schlaganfall verändert sich die gewohnte Lebenssituation schlagartig. Betroffene möchten in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und dort geborgen altern. Angehörige stoßen bei der täglichen Unterstützung jedoch schnell an ihre körperlichen und mentalen Grenzen.

    Hier zieht eine verlässliche 24-Stunden-Betreuung ein. Eine 24h Betreuungskraft wohnt direkt im Haushalt des Pflegebedürftigen. Sie hilft aufmerksam bei der Körperpflege, kocht frische Mahlzeiten und hält den Haushalt in Schuss. Sie begleitet Ihren Angehörigen zu Arztterminen und spendet Gesellschaft im Alltag. Und sie hilft bei der Mobilisierung, wenn diese nach dem Schlaganfall noch Schwierigkeiten macht.

    Diese Form der häuslichen Versorgung schenkt Pflegebedürftigen ihr gewohntes Leben zurück und gibt Familien die beruhigende Gewissheit, dass ihr geliebter Mensch rund um die Uhr sicher versorgt ist.

    Möchten Sie wieder mehr Zeit als Sohn oder Tochter genießen und die tägliche Pflege in Hände abgeben? Nehmen Sie noch heute Kontakt mit uns auf! Wir beraten Sie kostenfrei und finden gemeinsam die optimale Versorgung für Ihr Zuhause.

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