Sturzprophylaxe

17.02.2021 Promedica24-Redaktion
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Sturzprophylaxe: Stürze im Alter vermeiden

Laut zahlreicher Studien sind Stürze im Haushalt die häufigste Unfallursache. Gerade ältere Verwandte oder Bekannte, die alleine wohnen, sollten wissen, was Sie zur Sturzprophylaxe tun können. Im Alter werden die Menschen unsicherer und bewegen sich weniger. Dadurch steigt die Gefahr für Stürze. Erfahren Sie hier, welche Risikofaktoren es gibt und wie Sie Stürze im Alter vermeiden können.

Gründe für Stürze im Alter

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Personen im höheren Lebensalter nicht mehr so sicher auf den eigenen Beinen sind und sich das Sturzrisiko erhöht:

  • Altersschwäche: Ungefähr ab 50 lassen Muskelkraft, Balance und Ausdauer nach.
  • Abnehmende Beweglichkeit: Ältere Menschen sind oft weniger gelenkig als Jüngere.
  • Verlangsamte Reaktionsfähigkeit: Senioren fällt es oft schwerer, auf Umweltreize schnell zu reagieren.
  • Sehkraft lässt nach: Aufgrund der abnehmenden Sehschärfe leidet die optische Orientierung im Raum.
  • Verminderung der Hörvermögens: Das Gleichgewichtsorgan im Ohr kann beschädigt sein.

Die Angst, Stürze im Alter zu erleiden, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie kann zu einem wahren Teufelskreis führen:

Weitere Faktoren, die das Sturzrisiko erhöhen, sind:

Sturz assoziierte Erkrankungen Einnahme von bestimmten Medikamenten Geschlecht Ungünstige Umgebung Unpassende Kleidung & Hilfsmittel
  • Parkinson
  • Depression
  • Demenz
  • Schlaganfall und seine Folgen
  • Schlafmittel
  • Beruhigungsmittel
  • Mittel gegen Bluthochdruck
  • Seniorinnen stürzen laut Statistik häufiger als Senioren
  • schlecht beleuchteter Gang
  • rutschiger Bodenbelag
  • Bodenschwellen
  • ungeeignetes Schuhwerk
  • unsichere Hilfsmittel wie ein wackliger Stuhl statt einer Trittleiter
 

Sturzquellen wie eine ungünstige Umgebung oder unpassende Kleidung sowie ungeeignete Hilfsmittel sind für jedermann gefährlich. Aufgrund des erhöhten Verletzungsrisikos und längerer Heilungsprozesse im Alter sollten solche Gefahren minimiert oder ganz beseitigt werden

 

Regelmäßig trainieren, ist wichtig für die Sturzprävention.

Maßnahmen für die Sturzprophylaxe

Balance und eine kräftige Arm- und Beinmuskulatur sind das A und O. Es gibt zertifizierte Kurse zur Sturzprophylaxe. Sie fördern Kraft, Gleichgewicht und Koordination. Häufig übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür teilweise oder sogar vollständig. Um Resultate zu erzielen, sollten ältere Menschen aber regelmäßig trainieren. Zwei bis drei Mal wöchentliche Trainingseinheiten sind völlig ausreichend. Anleitungen dazu finden Sie beispielsweise auf Videoportalen wie YouTube – etwa diese Anleitung zur Sturzprophylaxe der AOK. Auch Spaziergänge im Freien sind ein gutes Mittel, um Kraft, Gleichgewichtssinn und Koordination zu schulen.

Bei allen Aktivitäten zur Sturzprophylaxe gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Senioren und Seniorinnen sollten generell:

  • … mit Ihrem Hausarzt oder Physiotherapeuten über Ihr Sturzprophylaxe-Programm sprechen: Die Experten können sagen, welche Übungen und Aktivitäten geeignet sind und wo eher Vorsicht geboten ist. Sie können außerdem Tipps und Hilfestellung geben.
  • … versuchen, Übungen beim Training möglichst exakt auszuführen. Es darf sich dafür dann auch ruhig Zeit genommen werden.
  • … eine Übung abbrechen, sobald Schmerzen auftreten.
  • … genügend trinken. Denn wer beim Training zur Sturzprävention ins Schwitzen kommt, verliert Flüssigkeit.
 

Beseitigung von Barrieren und Schwellen: Reduktion der Sturzgefahr

Um Stürze im Alter zu vermeiden, ist es wichtig eine sichere Umgebung zu schaffen. Beseitigen Sie Gefahrenquellen. Damit beugt man einem Sturz und Verletzungen aktiv vor. Sorgen Sie für optimale Bedingungen, um sich im Raum zu orientieren. Dies gelingt Ihnen unter anderem mit folgenden Maßnahmen:

Für gute Beleuchtung sorgen

Im Dunkeln stolpert man schnell – leuchten sie gerade auch Gänge gut aus, kostengünstig sind Bewegungsmelder.

Hilfsmittel verwenden

Haltegriffe im Bad, Handläufe an der Treppe oder ein Treppenlift, ein Duschhocker oder Rollator – sie alle geben Sicherheit und Halt.

Stolperfallen beseitigen

Kabel, (Tier-)Spielzeug, Teppichläufer, Teppichkanten oder Türschwellen sollten nicht den Weg blockieren.

Rutschige Oberflächen vermeiden

Gegen rutschige Böden helfen spezielle Fußmatten, für Bad und Dusche gibt es ebenfalls Antirutsch Produkte.

 

Angemessene Kleidung und passendes Schuhwerk sorgen für Beinfreiheit und Standsicherheit. Gerade im Winter und Herbst sollte auf rutschfeste Sohlen mit gutem Profil geachtet werden. In der Wohnung bieten sich generell Anti-Rutsch-Socken an. Die Kleidung sollte sicher sitzen. Über bodenlange Kleidung stolpern Senioren schnell. Daher sollten Hosen oder Kleider angepasst werden.

Kommt es doch mal zu einem Sturz, so kann im Fall der Fälle ein Notfallbutton hilfreich sein. Senioren können so jederzeit per Knopfdruck einen Notdienst oder Angehörige anrufen. Notfallarmbänder nehmen Stürze wahr und können sogar einen Alarm auslösen, wenn der Knopf nicht gedrückt wird. Solche Notfallbuttons finden Sie im Internet oder in einem lokalen Pflege-Shop. Sie sind eine gute Investition in die Sicherheit der älteren Verwandten und für mehr Unabhängigkeit im Alter.

Medikation

Manche Medikamente haben Nebenwirkungen, die Stürze im Alter begünstigen können. Sie lösen Schwindel, Verwirrtheit, Müdigkeit oder Benommenheit aus. Bei der Sturzprävention ist darauf zu achten, ob solche Nebenwirkungen bei der Einnahme eines neuen Medikaments auftreten. Auch ungünstige Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind möglich. Hier heißt es beobachten und den verordnenden Arzt konsultieren. Er wägt ab, ob die positiven Effekte dennoch eine Verordnung rechtfertigen oder ob das Medikament abgesetzt werden muss. Auch der Wechsel zu einem anderen Medikament mit weniger starken Nebenwirkungen kann eine Option sein.

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