Einsamkeit im Alter: Gründe, Folgen und Tipps zur Bewältigung

30.03.2022 Promedica24-Redaktion
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Viele Menschen im höheren Alter leiden unter Einsamkeit. Soziale Isolation muss und sollte kein Dauerzustand werden. Es gibt viele Optionen, um neue Kontakte zu knüpfen und neuen Lebensmut zu schöpfen. Hier finden Sie Ursachen, Folgen und Möglichkeiten, die Einsamkeit im Alter zu bekämpfen.

Das Wichtigste im Überblick

  • Anzeichen: Zurückgezogenheit, mangelnde Körperhygiene, kaum gesprächsbereit, keine Freizeitgestaltung oder regelmäßige Tätigkeiten in der Öffentlichkeit wie etwa Einkaufen, …
  • Ursachen: Krankheiten, Todesfälle, Mobilitätseinschränkungen, Unfälle, …
  • Risiken: seelische Krankheiten wie Depressionen, Isolation, Auswirkungen auf körperliche Verfassung, …
  • Auswege: offene Kommunikation über dieses Problem, gemeinsame Verabredungen, Hobbys, Ehrenamtliches Engagement, Gemeinschaftliche Wohnkonzepte, Besuchsdienste, …
  • Rolle der Angehörigen: Ansprechen der Problematik, Kommunikationswege schaffen, Besuchsdienste organisieren
  • Gesellschaft statt Einsamkeit: Eine Rundum-Betreuung zu Hause hat viele Vorteile. Die Betreuungskräfte leben mit den Senioren zusammen und packen das Problem bei der Wurzel im Wohnraum an.

Senioren leben oft allein und haben sich diesen Zustand in den meisten Fällen nicht ausgesucht. Wenn die Kinder ihre eigenen Wege gehen und Freunde, Bekannte sowie Ehepartner bereits verstorben sind, fühlen sich viele Menschen zurückgelassen und vereinsamen. Die Indizien für Einsamkeit im Alter sind bei den meisten Betroffenen identisch.

Wie erkennt man Einsamkeit im Alter?

Für das Umfeld ist es nicht immer leicht, einsame alte Menschen als solche zu erkennen. Bei den folgenden Warnsignalen der Person sollten Sie jedoch aufmerksam werden:

  • ungewohnt still und bei Gespräch zurückgezogen, antwortet kurz 
  • meiste Zeit mit Fernsehen oder in Innenräumen
  • geht keinen Hobbys mehr nach, obwohl sie körperlich dazu in der Lage ist
  • hat kaum frische Lebensmittel im Kühlschrank und geht scheinbar nicht mehr regelmäßig einkaufen
  • kümmert sich nicht mehr so wie früher um die Körperpflege und ein gepflegtes Aussehen

Kommen dann noch körperliche oder psychische Beschwerden hinzu, fällt es immer schwerer, die Kraft aufzubringen, die eigenen vier Wände zu verlassen. Meistens sind die Ursachen im nächsten Umfeld der Person selbst zu finden.

Was sind die Ursachen für Einsamkeit im Alter?

Die Ursachen für Alterseinsamkeit sind vielzählig. Besonders mit plötzlichen Veränderungen wie Krankheiten, die unerwartet auftreten, haben viele alte Menschen Schwierigkeiten. Hier sind insbesondere Demenz und Parkinson zu nennen. Beide Krankheiten verändern die eigene Wahrnehmung. Aber auch Todesfälle im sozialen Umfeld sowie Trennungen von Lebenspartnern bedeuten eine plötzliche negative Auswirkung auf die eigenen Lebensumstände. Wenn die Familie ein Leben lang den zentralen Bezugspunkt dargestellt hat und die Kinder mit den Enkeln dann an einen anderen Ort ziehen, fällt ein essenzieller Bestandteil des Soziallebens der Großeltern weg.

Die Einsamkeit im Alter wird häufig durch begrenzte Mobilität verstärkt. Besonders nach Unfällen wie beispielsweise Stürzen oder dem Auftreten von chronischen Erkrankungen fehlt vielen alten Menschen die Energie, die Wohnung aus eigener Kraft zu verlassen, um neue Kontakte zu knüpfen. Wenn dieser Zustand über einen längeren Zeitraum anhält, kann dies tiefgreifende Folgen haben.

Was sind die Risiken von Einsamkeit im Alter?

Isolation und Einsamkeit im Alter haben meist einschneidende Wirkungen auf das Wohlbefinden. Während Themen wie Krankheit und Altersarmut fester Bestandteil des gesellschaftlichen Diskurses sind, stellen seelische Leiden ein Tabuthema dar. Doch die psychische Gesundheit von Senioren spielt eine große Rolle für das gesamte körperliche Befinden. Soziale Isolation erhöht das Risiko, an Depressionen zu erkranken. Die Heilung einer solchen Erkrankung stellt in jedem Alter eine Herausforderung dar. Fehlt jedoch ein entsprechendes Netzwerk zur Unterstützung, wird dies noch verstärkt. Zusätzlich verstärken psychische Leiden die Symptome und den Schweregrad physischer Probleme. So entsteht schnell ein Kreislauf, aus dem die Senioren kaum ohne Unterstützung wieder herauskommen. Um nicht in diese Abwärtsspirale zu geraten, ist es wichtig, der Einsamkeit gezielt entgegenzuwirken.

Was hilft gegen Einsamkeit im Alter?

Der erste Schritt, um Einsamkeit im Alter ein Ende zu setzen beziehungsweise um diese im besten Falle vorzubeugen, ist offene Kommunikation. Wenn Sie sich sorgen, selbst zu vereinsamen, wenden Sie sich an Ihren Familien- und Bekanntenkreis. In vielen Fällen merken Angehörige erst nach einer Weile, dass Ihre Lieben einsam sind, wenn diese sich nicht anmerken lassen, dass es ihnen nicht gut geht.

Sprechen Sie Ihre Angehörigen direkt an, um auf Ihre Einsamkeit aufmerksam zu machen. Sind Sie der Angehörige am anderen Ende, so gehen Sie auf ältere Familienmitglieder zu, wenn Sie befürchten, dass diese vereinsamen. Gemeinsame Pläne wie ein wöchentliches Mittagessen oder regelmäßige Treffen zum gemeinsamen Filmabend können einen wahren Lichtblick im Alltag und damit ein wahres Wundermittel gegen Einsamkeit im Alter darstellen.

Wenn die Familie weit entfernt und auch keine Bekannten in der Nähe wohnen, können sich Senioren einem Seniorentreff anschließen. Solche Gruppen finden sich in den meisten Gemeinden in Altersheimen, Seniorenzentren, Kirchen oder städtischen Einrichtungen. Senioren, die noch mobil sind, können von der Anschaffung eines Haustieres profitieren. Ein Haustier leistet Gesellschaft und gibt das Gefühl, gebraucht zu werden. Ein neues Hobby ermöglicht Zugang zu sozialen Kontakten. Viele Musik- und Sportvereine bieten Programme speziell für Senioren. Ehrenamtliches Engagement gibt dem Leben einen Zweck, Sinn und Erfüllung.

Besuchsdienste karitativer Einrichtungen vermitteln freiwillige Helfer, die Senioren regelmäßig besuchen. Die Ehrenamtlichen hören zu, leisten Gesellschaft und sorgen für Abwechslung im Alltag. Hochbetagte, die aufgrund körperlicher Beschwerden an ihre Wohnung gebunden sind, profitieren von alternativen Wohnformenim Alter. Je nach Eigenständigkeit bieten sich Senioren WGs, Mehrgenerationenhäuser, betreutes Wohnen oder ein Seniorenheim an. Möchten Senioren lieber in der Vertrautheit des eigenen Heims bleiben, ist eine häusliche Seniorenbetreuung der beste Weg aus der Alterseinsamkeit.

Was können Angehörige gegen Einsamkeit bei Senioren tun?

Als Angehörige sehen Sie sich unter Umständen vor einer großen Herausforderung, wenn Sie realisieren, dass ein geliebter alter Mensch unter Einsamkeit leidet. Besonders wenn Sie nicht vor Ort leben, sind regelmäßige Besuche meist schwer einzurichten. Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, ältere Familienmitglieder und Bekannte in das eigene Leben einzubinden, um ihnen neue Lebensfreude zu schenken:

  • Verschaffen Sie der betroffenen Person Zugang zu sozialen Netzwerken.
  • Vereinbaren Sie feste, möglichst häufige Telefontermine.
  • Richten Sie Endgeräte ein, mit deren Hilfe Ihre Angehörigen über Videochat kommunizieren können. Das Gesicht eines geliebten Menschen zu sehen, hilft enorm, um Einsamkeit im Alter zu überwinden.
  • Nach Hilfe fragen, fällt vielen Menschen schwer, gerade weil Einsamkeit oft mit Scham und Ängsten verbunden ist. Kontaktieren Sie einen Besuchsdienst für Ihre Angehörigen, um ihnen diesen Schritt abzunehmen.

Ein Umzug ins Pflegeheim kommt für die meisten Menschen trotz Pflegebedürftigkeit rund um die Uhr einfach nicht infrage. Damit diese hilfsbedürftigen Menschen nicht auch noch vereinsamen, ist eine Rundum-Betreuung für Senioren die beste Lösung, um die Versorgung, Sicherheit und Gesellschaft in den eigenen vier Wänden des Seniors sicherzustellen.

Wie können Betreuungskräfte Einsamkeit im Alter entgegenwirken?

Die Betreuung im eigenen Zuhause durch einen Alltagsbegleiter bietet sowohl eine Lösung für Einsamkeit im Alter als auch für mögliche Einschränkungen: Die Senioren erhalten Unterstützung in den Bereichen Haushalt, Körperpflege, Mobilität und Ernährung. Sie als Angehöriger haben das gute Gefühl, dass der Senior nie allein und damit einsam sein kann. Zudem gibt Ihnen die Rundum-Betreuung durch eine häusliche Betreuungskraft die Sicherheit, dass bei einem medizinischen Notfall schnell Hilfe geholt werden kann. 

Rundum-Betreuung entlastet Betroffene im Alltag

PROMEDICA PLUS vermittelt Betreuungskräfte für die häusliche Seniorenbetreuung. Die Betreuungskraft übernimmt die täglichen Aufgaben der Versorgung der Menschen und des Haushalts, die bis dahin meist durch Familienangehörige und ambulante Pflegedienste übernommen wurde. Dank der Rundum-Betreuung werden Sie als pflegende Angehörige entlastet.

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