Technische Pflegehilfsmittel: Wege zur Erleichterung in der häuslichen Pflege
Welche technischen Pflegehilfsmittel passen zu uns? Wie viel kosten sie? Wer übernimmt die Kosten? Und wie gelingt die Umsetzung so, dass Lebensqualität und Würde erhalten bleiben? In diesem Artikel begleiten wir Sie mit praktischen Hinweisen und einem Blick auf Ihre individuelle Situation.

Das Wichtigste im Überblick
- Technische Pflegehilfsmittel erleichtern körperlich schwere Pflegeaufgaben und fördern Selbstständigkeit.
- Sie zielen darauf ab, die Pflege im häuslichen Umfeld zu ermöglichen und Pflegebedürftige in ihrem Zuhause zu halten.
- Im Hilfsmittelverzeichnis sind technische Pflegehilfsmittel in den Produktgruppen 50 bis 52 gelistet.
- Beispiele: Pflegebett, Dekubitusmatratzen, Hebelifte, Notrufsysteme, Pflegehilfen für Bad und WC.
- Antragstellung: über ärztliche Verordnung, Empfehlung einer Pflegefachkraft oder direkt mit dem Anbieter möglich.
- Kosten: 10 % Eigenanteil, maximal 25 € je Hilfsmittel (ab 18 Jahren). Bei Leihgabe häufig keine Zuzahlung.
- Anbieter: Sanitätshäuser, Rehatechnik-Firmen, Fachhändler mit Präqualifizierung.
- Einsatzgebiete umfassen Mobilität, Lagerung, Hygiene, Notrufsysteme und Sensorik.
- In vielen Pflegesituationen kann unsere 24-Stunden Betreuung helfen – durch Entlastung, Koordination und kompetente Begleitung im Alltag.
Warum sind technische Pflegehilfsmittel wichtig?
Sie leisten jeden Tag körperliche Arbeit: Sie helfen beim Aufstehen, Umlagern, Waschen, Wickeln oder beim Toilettengang. Dabei entstehen oft Rückenschmerzen, Überlastung oder Schlafmangel. Vielleicht sorgen Sie sich auch um die Sicherheit Ihres Angehörigen oder bemerken Veränderungen in der Mobilität. Viele wünschen sich Entlastung durch Hilfsmittel – wissen jedoch nicht, welche sinnvoll sind, wie sie funktionieren oder wer die Kosten übernimmt.
Wir zeigen Ihnen konkrete technische Pflegehilfsmittel, erklären Kostenfragen und geben Orientierung zur Antragstellung. So gewinnen Sie Klarheit und wissen: Sie sind mit dieser Situation nicht allein.
Technische Pflegehilfsmittel können konkret helfen:
- Sie entlasten Ihren Körper und reduzieren schweres Heben oder Umlagern.
- Sie beugen Druckgeschwüren durch passende Lagerungshilfen vor.
- Sie fördern Mobilität und sichere Alltagsaktivitäten wie den Toilettengang.
- Sie erhöhen Sicherheit durch Notrufsysteme, Sensoren oder Alarme.
- Sie unterstützen Selbstständigkeit und ermöglichen längeres Leben zu Hause.
Ohne passende Hilfsmittel steigen die Belastung und Risiken für alle Beteiligten. Stürze, gesundheitliche Schäden oder Erschöpfung können die Folge sein. Der gezielte Einsatz technischer Pflegehilfsmittel schafft daher mehr Sicherheit, Entlastung und Lebensqualität im Pflegealltag.
Was sind technische Pflegehilfsmittel?
Technische Pflegehilfsmittel helfen, Pflegeaufgaben zu erleichtern, Beschwerden zu lindern oder Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Im Unterschied zu Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch (wie Einmalhandschuhe oder Desinfektionsmittel) sind sie für den dauerhaften Einsatz vorgesehen. Diese Hilfsmittel finden Sie im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) unter den Produktgruppen 50 bis 52:
- Produktgruppe 50: Hilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
- Produktgruppe 51: Hilfsmittel zur Körperpflege und Hygiene
- Produktgruppe 52: Hilfsmittel zur Mobilität und selbstständigen Lebensführung
Wenn ein Hilfsmittel in dieser Liste aufgenommen ist, gilt grundsätzlich eine Leistungspflicht der Pflegekasse. Vorausgesetzt, die Voraussetzungen sind erfüllt. (GKV-Spitzenverband)
Welche technischen Pflegehilfsmittel gibt es?
Hier finden Sie typische Hilfsmittel, sortiert nach Einsatzbereich:
- Pflegebett mit verstellbarem Rahmen und Zubehör wie Bettaufsätze oder Pflegetisch
- Dekubitusmatratzen und Wechseldrucksysteme (Wechseldruckmatratze, Wechseldruckkissen)
- Hebelifte und Lifter (Deckenlifter, Bodenlifter, Hubstützen)
- Umlagerungssysteme, Lagerungsrollen
- Toilettenstühle, Toilettensitzerhöhungen
- Duschwagen, Haarwaschwanne, Badewannenlifter
- Rollstühle, Elektromobile, Geh- und Stehhilfen
- Rollstuhlrampen, Treppenlifte
- Hausnotrufsysteme, Notrufarmbänder, Sensoren (z. B. Sturzsensoren)
- Assistive Technik zur Kommunikation oder Orientierung (z. B. Sprachcomputer, GPS-Tracker, Herdwächter)
Diese Liste stellt nur eine Auswahl dar; je nach Bedarf existieren Speziallösungen. Hersteller und Rehatechnik-Firmen entwickeln kontinuierlich neue Produkte.
Welche Kriterien helfen bei der Auswahl?
Wenn Sie ein technisches Pflegehilfsmittel auswählen, achten Sie auf:
- Funktionalität: Welche Aktivitäten muss das Hilfsmittel unterstützen?
- Bedienbarkeit: Können Sie / die Pflegeperson das Gerät sicher bedienen?
- Kompatibilität: Passt es zur räumlichen Situation (Türbreite, Raumhöhe, Bodenbelag)?
- Qualität & Sicherheit: CE-Kennzeichnung, Normen, Herstellerqualität
- Wartung und Service: Wie oft muss ein Techniker kommen?
- Kosten & Zuzahlung: Welche Modelle übernimmt die Versicherung?
- Flexibilität: Kann das Gerät mitwachsen oder umgebaut werden?
Ein Sanitätshaus mit Erfahrung plant zusammen mit Ihnen: Es bietet Lösungen, misst vor Ort, berät hinsichtlich Griffe, Maße und Zubehör.
Wie hoch sind die Kosten und Zuzahlungen bei technischen Pflegehilfsmitteln?
Ist das technische Pflegehilfsmittel wegen Pflegebedürftigkeit nötig, übernimmt die Pflegeversicherung (über die Pflegekasse) die Kosten. Wenn das Hilfsmittel medizinisch notwendig ist (z. B. wegen einer Erkrankung oder Behinderung), trägt eventuell die Krankenkasse die Kosten (nach SGB V). Sofern ein ambulanter Pflegedienst die Pflege erbringt, muss dieser seine eigenen Hilfsmittel selbst stellen – technische Pflegehilfsmittel, die der Dienst braucht, gehören zu seinem Leistungsspektrum.
Für technische Pflegehilfsmittel müssen volljährige Pflegebedürftige in der Regel 10 % des Preises als Eigenanteil tragen, maximal jedoch 25 € je Hilfsmittel. Für große Geräte wie Pflegebetten oder Lifter kommt oft eine Leihüberlassung durch die Pflegekasse zum Einsatz. In solchen Fällen entfällt häufig die Zuzahlung. Wenn Sie ein hochwertigeres Modell wünschen, das über die Standardversorgung hinausgeht, müssen Sie die Mehrkosten selbst tragen (Aufzahlung).
Beispielhafte Kostenbereiche: Die exakten Kosten variieren stark je nach Hersteller, Ausstattung und Funktion. Hier einige Orientierungspreise aus dem Markt:
- Basis-Pflegebett: mehrere hundert bis über 1.000 €
- Elektrisch verstellbares Pflegebett: oft in Leihform durch Kasse
- Wechseldruckmatratzen: einige hundert bis über 1.000 €
- Hebelifte (Decken- oder Bodenlifter): mehrere tausend Euro
- Badewannenlifter: einige hundert bis über 1.000 €
- Notrufsysteme (Basis): oft unter 200 €, mit Zusatzfunktionen höher
Privatkosten entstehen bei Aufzahlungen oder, wenn das gewünschte Modell nicht im Hilfsmittelverzeichnis enthalten ist. Beachten Sie: Die Pflegekassen verhandeln Rahmenverträge mit Anbietern. In solchen Fällen ist der Bezug nur über den vertraglich gebundenen Anbieter möglich.
Ihr Weg zum passenden technischen Pflegehilfsmittel
Der Weg zum passenden technischen Pflegehilfsmittel beginnt mit der Klärung des konkreten Bedarfs. Besprechen Sie die Situation am besten mit einer Pflegefachkraft, Ihrem Arzt oder einer Beratungsstelle. Anschließend empfiehlt sich eine fachliche Beratung, etwa im Sanitätshaus oder bei einem Rehatechnik-Anbieter. Dort können Sie verschiedene Modelle vergleichen und prüfen, welche Funktionen, Maße und Ausstattungen wirklich zu Ihrer Pflegesituation passen.
Für den Antrag benötigen Sie in der Regel eine ärztliche Verordnung, die 28 Tage gültig ist, eine Empfehlung einer Pflegefachkraft bei häuslicher Pflege oder einen Hinweis im Pflegegutachten des Medizinischen Dienstes. Alternativ können Sie den Antrag auch direkt über einen Anbieter stellen, zum Beispiel über ein Sanitätshaus. Wichtig ist eine möglichst klare Begründung des Bedarfs sowie ein Kostenvoranschlag, den Sie gemeinsam mit dem Antrag bei der Pflegekasse einreichen. Nach der Antragstellung dauert die Genehmigung meist etwa drei bis fünf Wochen.
Nach der Bewilligung liefert der Anbieter das Hilfsmittel in der Regel direkt nach Hause, richtet es ein und erklärt die Handhabung. Nutzen Sie diese Einweisung und testen Sie das Gerät in Ihrer gewohnten Umgebung, damit Sie Sicherheit im Umgang gewinnen. Anschließend übernimmt der Anbieter meist auch Wartung und regelmäßige Kontrollen, sodass das Hilfsmittel dauerhaft zuverlässig funktioniert.
Top 7 Tipps für die Nutzung technischer Pflegehilfsmittel
- Planen Sie frühzeitig – zu spät gedachte Hilfsmittel sind oft nur Notlösungen.
- Beziehen Sie Pflegebedürftigen und pflegende Person in Auswahl und Entscheidung ein – Akzeptanz steigt.
- Dokumentieren Sie in Fotos oder Maße Ihre räumlichen Bedingungen (Türbreite, Raumhöhe etc.).
- Fragen Sie nach Leihmodellen, bevor Sie Anschaffungen tätigen.
- Prüfen Sie laufende Kosten: Batterien, Ersatzteile, Serviceverträge.
- Schulen Sie die Bedienung gemeinsam mit dem Anbieter – Sicherheit gewinnt.
- Nutzen Sie unsere 24-Stunden Betreuung, um Koordination, Beratung, Überwachung und Unterstützung zu sichern – wir entlasten Sie nachhaltig.
Technische Pflegehilfsmittel reichen oft nicht aus
Manchmal reicht selbst die beste technische Unterstützung nicht aus. Wenn Sie merken, dass Sie die Pflege und Betreuung nicht mehr allein bewältigen können und auch ein ambulanter Pflegedienst an seine Grenzen stößt, kann eine 24-Stunden Betreuung die entscheidende Entlastung sein. Unsere Betreuungskräfte sind Tag und Nacht im Haus, unterstützen bei der Pflege, begleiten durch den Alltag und sorgen dafür, dass Ihr Angehöriger sicher und umsorgt zu Hause leben kann. So entsteht eine lückenlose Unterstützung, die Technik, Pflege und Alltag verbindet. Ihre Belastung sinkt, Ihr Angehöriger bleibt in vertrauter Umgebung und Sie wissen, dass immer jemand da ist, wenn es darauf ankommt.
Schlusswort
Technische Pflegehilfsmittel können Ihr Leben verändern, weg von Erschöpfung, Sorge und Unsicherheit, hin zu Erleichterung, Sicherheit und Würde im Alltag. Unsere 24-Stunden Betreuung gibt Ihnen die nötige Unterstützung, damit Sie nicht allein bleiben auf diesem Weg.
Handeln Sie jetzt: Lassen Sie uns gemeinsam besprechen, welche Hilfsmittel zu Ihrer Situation passen. Wir koordinieren Antrag, Auswahl und Umsetzung, damit der Pflegealltag wieder Raum für Menschlichkeit wird. Kontaktieren Sie noch heute unser Team, um Ihre persönliche Betreuung zu starten und echte Entlastung zu erfahren.
Aus diesem Artikel erfahren Sie Folgendes





