Pflege durch Angehörige: Vorteile und Nachteile im Überblick

18.06.2021 Promedica24-Redaktion
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Die Pflege durch Angehörige hat viele bekannte Vorteile für die Senioren. Die Angehörigen müssen dafür aber oft zurückstecken. Nicht selten nimmt die Belastung so weit zu, dass sie an ihre persönlichen Grenzen kommen. Darum finden Sie hier nun die Vorteile und Nachteile der Pflege durch Angehörige im eigenen Zuhause.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die Pflege durch Angehörige ermöglicht Senioren ein Leben zu Hause, selbst wenn sie auf Hilfe angewiesen sind.
  • Ältere Menschen fühlen sich in bekannter Umgebung sicherer.
  • Senioren möchten von Menschen umgeben sein, die sie kennen und lieben.
  • Mit steigender Pflegebedürftigkeit, nimmt die Belastung für die Angehörigen enorm zu.
  • Nicht selten kommt es zu akuten, gesundheitlichen Problemen bei den Senioren, in denen sie sofort Hilfe benötigen.
  • Spätestens, wenn das ältere Familienmitglied in einem Krankenhaus versorgt werden muss, wird den Angehörigen schmerzlich bewusst, dass sie Hilfe von außen brauchen.
  • Die 24 Stunden Betreuung ist eine Möglichkeit, pflegende Angehörige zu entlasten.

Warum ist die Pflege durch Angehörige so ein emotionales Spannungsfeld?

Die Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Senioren im eigenen Zuhause hat Vorteile und Nachteile für beide Seiten. Oft wird entweder nur die Seite der Angehörigen, oder die der Senioren betrachtet. Das Ergebnis ist ein unvollständiges Bild der Versorgungslage der Senioren und der Belastungsgrenzen der Familienangehörigen auf der anderen Seite. Darum nehmen wir hier die Vorteile und Nachteile für alle Beteiligten in Augenschein und zeigen ihnen einen Weg auf, wie die Seniorenbetreuung durch die Angehörigen im eigenen Zuhause gelingen kann. 

Vorteile der Pflege durch Angehörige zu Hause

  • Sie werden von Menschen umsorgt, die sie persönlich schon lange kennen.
  • Senioren vertrauen sich trotz fehlender fachlicher Kenntnisse in der Pflege vor allem denjenigen an, die sie ihr ganzes Leben lang begleitet haben.
  • Das Weiterleben in ihrem bekannten Wohnumfeld ist sichergestellt.
  • Ältere Menschen fühlen sich dort am wohlsten, wo sie sich auskennen und orientieren können.
  • Der Abbau der Gesundheit geht bewiesenermaßen nicht so schnell vonstatten wie in einem stationären Seniorenheim.
  • Die Angehörigen verstehen die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Senioren.
  • Die Pflege durch Angehörige ermöglicht Senioren weiterhin einen engen und regelmäßigen Kontakt zur Familie. Für Senioren, die durch Angehörige gepflegt werden, besteht somit nicht die Gefahr, zu vereinsamen.
  • Die Versorgung durch eigene Familienangehörige spart bares Geld. Für die Pflege Zuhause können die Betroffenen finanzielle Unterstützung in Form von Pflegegeld von der Pflegekasse erhalten. Dafür müssen die Senioren in einen Pflegegrad eingestuft werden. Die Höhe des Pflegegrades wird durch Experten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen bei gesetzlich Versicherten festgestellt.

Für die pflegebedürftigen Senioren gibt es auch Nachteile in der häuslichen Pflege. Der weit verbreitete Glaube, dass die Seniorenbetreuung von niemand anderem besser als von den Angehöri­gen übernommen werden kann, bewährt sich in der Praxis nicht immer. Zwar können die Senioren weiterhin in ihren eigenen vier Wänden selbstbestimmt leben. Doch dafür müssen sie in Kauf nehmen, dass sie nicht die medizinische Versorgung erhalten, die sie brauchen.

Nachteile der Pflege durch Angehörige zu Hause

Keine fachliche Qualifikation: Der Großteil der pflegenden Angehörigen hat keine fachlichen Qualifikationen für die umfangreiche tägliche Grundpflege und die medizinische Behandlungspflege. Neben der täglichen Körperpflege ist der Toilettengang für Senioren und Angehörige gleichermaßen ein sensibles Thema. Auch der Transfer einer schweren Person, beispielsweise beim Aufstehen, ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Hier droht Verletzungsgefahr für beide Seiten, sollte es zu einem Sturz kommen.

Wenig freie Kapazität: Sofern die Familienangehörigen einem Beruf in Vollzeit nachgehen (müssen), bleiben ihnen wenige zeitlich freie Kapazitäten für das ständige Umsorgen eines pflegebedürftigen Seniors rund um die Uhr. Die Senioren sind lange alleine, wenn das Angebot der Tages- und Nachpflege nicht in Anspruch genommen wird. Kommt es zu einem Unfall oder zu einer gesundheitlichen Akutsituation, ist meistens gerade niemand da, der ihnen sofort helfen kann oder um Hilfe rufen kann.

Keine professionelle Unterstützung: Die meisten pflegenden Angehörigen machen Partnerinnen, Töchter oder nahe weibliche Verwandte der Senioren aus. Sie kümmern sich liebeswert und besonders aufopferungsvoll um die eigenen älteren Verwandten. Leider überschätzen die meisten von ihnen auf Dauer ihre eigenen Möglichkeiten und Kräfte. Aus Stolz oder Kostengründen wollen viele keine professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Damit riskieren sie bei Überlastung eigene gesundheitliche Probleme. Im schlimmsten Fall werden sie gegenüber dem pflegebedürftigen Familienmitglied aggressiv, weil es nicht mehr so mithelfen kann bei der eigenen Pflege. An diesem Punkt muss jedem klarwerden, dass die Versorgung zum Wohle aller neu geregelt werden sollte.

Keine Barrierefreiheit: Mehrheitlich sind die Wohnverhältnisse im Haus oder in der Wohnung älteren Baujahres nicht seniorengerecht. Barrierefreies Wohnen ist erst in den vergangenen Jahren ein Thema in der Pflegeprävention geworden. Stolperfallen und Stufen sind überall zu finden. Die Bewegungsfreiheit der Senioren wird sowohl im eigenen Wohnraum, als auch draußen erheblich eingeschränkt. Besonders immobile Senioren verlassen aus Angst zu stürzen, nur selten ihre Wohnung und reduzieren die Bewegung auf das nötigste. Meist sitzen sie tagsüber im Sessel vor dem Fernseher, ihr einziges Fenster zur Außenwelt. Die Aktivierung von Senioren für ein eigenes, selbstbestimmtes Leben ist einer der häufigsten Gründe für die häusliche Seniorenbetreuung. Denn diese braucht viel Zeit und Einfühlungsvermögen.

Emotionale Situation: Für die Senioren ist die Situation der Betreuung durch seine Angehörigen nicht unbedingt angenehm. Bis vor kurzem versorgten sie sich selbst und andere. Sie waren das starke und unabhängige Familienoberhaupt. Wenn sich die Situation ändert, fühlen sich einige der Senioren wegen ihrer Unbeholfenheit beschämt.

Pflegende Angehörige helfen ihren älteren Verwandten aus Gründen der emotionalen Verpflichtung. Sie wollen vermeiden, dass die Senioren ihr gewohntes Lebensumfeld verlieren und sich beispielsweise in einem Pflegeheim oder einem Hospiz den dortigen Tagesabläufen unterordnen müssen. Die Nachteile des Pflegeheimes sind dort zu finden, wo die Pflege durch Angehörige zu Hause eindeutig punktet.

Rundum-Betreuung entlastet Angehörige in der Pflege zu Hause

Mit der häuslichen Seniorenbetreuung werden mehrere Vorteile der Pflege zu Hause umgesetzt und gleichzeitig die Familienangehörigen von der täglichen Versorgung entlastet. Die Senioren können weiterhin in ihren vier Wänden selbstbestimmt leben. Sie werden nach ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen versorgt. Die pflegenden Angehörigen wissen ihr hilfsbedürftiges Familienmitglied in Sicherheit und gut betreut.

PROMEDICA PLUS vermittelt osteuropäische Betreuungskräfte für die häusliche Betreuung in Haushalte in ganz Deutschland. Die Betreuungskräfte übernehmen die täglichen Aufgaben der Pflege und Versorgung. Dadurch werden die Familienangehörigen entlastet. Die Betreuungskräfte sind direkt bei PROMEDICA24 beschäftigt. Es besteht zwischen Betreuungskraft und Familie kein Auftragsverhältnis. Die PROMEDICA Gruppe kümmert sich um die gesamte Organisation der Betreuung von der Beratung der Familien vor Ort, der Rekrutierung und Schulung der Betreuungskräfte bis hin zur An- und Abreise der Betreuungskräfte. Damit haben die pflegenden Angehörigen ausschließlich einen Partner für die Rundum-Betreuung auch vor Ort zur Seite.