Pflegekräfte aus Polen

31.03.2022 Promedica24 Redaktion
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Wenn im Alter oder bei Krankheit die körperlichen und geistigen Kräfte schwinden, sind es häufig sogenannte „Pflegekräfte aus Polen“, die bei der Bewältigung des Alltags helfen. Durch ihren engagierten Einsatz in der Rundum-Betreuung sorgen sie dafür, dass ältere und pflegebedürftige Menschen in der vertrauten Umgebung ihres Zuhauses bleiben dürfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Betreuungskräfte aus Polen sind in der Regel selbstständige Arbeitnehmerinnen.
  • Die Betreuungskräfte werden zumeist über Agenturen an Kunden vermittelt.
  • Oft sind die Arbeitsverhältnisse undurchsichtig.
  • Die Betreuungskräfte lernen mit jedem Einsatz besser die deutsche Sprache.
  • Sie sind keine qualifizierten Pflegekräfte.
  • Sie sorgen für das sichere Gefühl, dass pflegebedürftige Senioren versorgt sind.

Definition „Pflegekräfte aus Polen“

Bereits die geografische Zuordnung der Fachkräfte ist unpräzise: Zwar stammt ein großer Teil tatsächlich aus der polnischen Republik, bei „Pflegekräfte aus Polen“ sind in der Regel aber auch Personen aus osteuropäischen EU-Ländern mitgemeint. Sie stammen etwa aus Bulgarien, Rumänien oder der Slowakei. Die Bezeichnung „Pflegekräfte“ meint zudem nicht zwingend examinierte Pflegefachkräfte. Nur ein geprüfter Krankenpfleger übernimmt auch Aufgaben wie die Verabreichung von Medikamenten oder Verbandswechsel. Es handelt sich um einen Ausbildungsberuf. „Pflegekräfte“ aus Polen oder Osteuropa sind dagegen häufig geschulte Pflegehilfskräfte. Ihre Kompetenz liegt auf dem Gebiet der Betreuung: Sie helfen bei der Körperpflege oder im Haushalt, ermöglichen Senioren mehr Mobilität und kümmern sich um die Verköstigung.

Qualifikation von Pflegekräften aus Polen

In polnischen oder osteuropäischen Familien ist der Mehrgenerationenhaushalt noch häufig vertreten. Kinder, Eltern und Großeltern leben eng beisammen und sorgen füreinander. Die Betreuung und Pflege von Senioren ist deshalb für viele Menschen aus Polen oder Osteuropa eine vertraute Tätigkeit. Sie wissen ganz selbstverständlich, wie man einer Seniorin Essen anreicht oder einem pflegebedürftigen älteren Herrn die Inkontinenzmaterialien wechselt.

Erfolgt die Einstellung über eine Vermittlungsagentur, sorgt diese im Idealfall dafür, dass die Auswahl der Fachkräfte strengen Kriterien folgt: Eignet sich die Person charakterlich und fachlich? Zudem führen die Vermittler im besten Fall regelmäßig interne Weiterbildungen für ihre Betreuungskräfte durch.

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Kommunikation ist ein wichtiger Baustein im harmonischen Umgang miteinander. Viele Pflegekräfte aus Polen beherrschen die deutsche Sprache zumindest grundlegend. Im engen Kontakt mit ihren pflege- und betreuungsbedürftigen Schützlingen verbessern sich ihre Sprachkenntnisse zudem stetig. Sind fließende Deutschkenntnisse erforderlich oder gewünscht, finden sich auch Betreuungskräfte mit der entsprechenden Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt.

Legalität & faire Löhne

Wenn von Pflegekräfte aus Polen die Rede ist, werden häufig Zweifel an der Legalität des Beschäftigungsverhältnisses laut. Stichwort Schwarzarbeit und Scheinselbstständigkeit. Grundsätzlich erlaubt die sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit nach EU-Recht, Bürgern von Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ihren Arbeitsplatz innerhalb des Staatenverbundes frei zu wählen. Ein polnischer Bürger darf also genauso in Deutschland arbeiten wie ein deutscher Staatsangehöriger. Ein Sozialversicherungsausweis und die europäische Krankenversicherungskarte sind Pflicht.

Vermittlungsagenturen arbeiten häufig mit dem Entsende-Modell. Sie sitzen im Ausland und stellen die Betreuungskräfte direkt bei sich im Land an. Für die Dauer eines Betreuungseinsatzes senden sie die Fachkräfte dann nach Deutschland.

Möchten sie die Legalität eines solchen Arbeitsverhältnissen prüfen, lassen Sie sich die sogenannte A1-Bescheinigung vorlegen. Mit ihr wird nachgewiesen, dass der entsendete Arbeitnehmer in seinem Heimatland sozialversichert ist. Übrigens haben ausländische Betreuungskräfte, die in Deutschland als Angestellte arbeiten, Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.

Das kosten Pflegekräfte aus Polen

Wie hoch die Kosten für Pflegekräfte aus Polen für Sie ausfallen, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: von der Qualifikation der Betreuungskraft und der Anstellungsart.

Eine Fachkraft aus Polen mit perfekten Deutschkenntnissen, einem Führerschein und langjähriger Fahrpraxis sowie großer Erfahrung in der Betreuung älterer oder pflegebedürftiger Personen wird in der Regel teurer sein als eine Person ohne diese Qualifikationen.

Es gibt grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Arbeitnehmerentsendung
  2. Arbeitgebermodell
  3. Selbstständigkeit

Wenn Sie auf der Suche nach einer Betreuungskraft sind, werden Sie vor allem die jeweiligen monatlichen Kosten interessieren. Daneben gibt es aber rechtliche Aspekte und (bürokratischen) Aufwand, die Sie ebenfalls bedenken sollten.

1. Arbeitnehmerentsendung

Die Pflegekräfte aus Polen werden von einem Arbeitgeber in ihrem Heimatland angestellt und nach Deutschland entsandt. Das polnische oder osteuropäische Unternehmen übernimmt alle Arbeitgeberpflichten und Abgaben – etwa für die Sozialversicherung. Im Normalfall arbeitet die ausländische Firma mit einem deutschen Partner zusammen. So gelingt die reibungslose Kommunikation über Grenzen hinweg.

Für Angehörige der Betreuungsperson ist diese Option einfach und entlastend: Um Ersatz bei Krankheit oder Urlaub der Betreuungskraft, um Ab- und Anreise sowie Lösungen für Unstimmigkeiten im Zusammenleben kümmern sich das Unternehmen genauer gesagt die Agentur.

2. Arbeitgebermodell

Hier übernehmen Sie die Rolle des Arbeitgebers. Sie müssen selbst eine Betreuungskraft finden und schließen mit ihr einen Arbeitsvertrag. Sie müssen sie anmelden und versichern sowie Lohnsteuer abführen. Der Mindestlohn gilt natürlich auch in diesem Fall. Im Urlaubs- oder Krankheitsfall Ihrer Angestellten müssen Sie den Lohn in der Regel fortzahlen. Für auftretende Probleme bei der Kommunikation oder in der Betreuungssituation gilt es selbst Lösungen zu finden.

3. Selbstständigkeit

Die Betreuungsperson aus Polen oder Osteuropa bietet bei dieser Variante selbst bestimmte Dienstleistungen an und stellt dafür Rechnungen aus. Sie schließt dafür einen Dienstleistungsvertrag mit Ihren Kunden und hat ein Gewerbe angemeldet. Sozialabgaben oder Lohnfortzahlungen entfallen für den Auftraggeber. Auch der Mindestlohn greift hier nicht. Die andere Seite der Medaille: die Gefahr einer Scheinselbstständigkeit. Wer nur für einen Auftraggeber tätig ist und noch dazu in dessen Räumen, ist höchstwahrscheinlich scheinselbstständig. Dem „Kunden“ – also Ihnen – drohen dann Nachzahlungen und Bußgelder. Denn die Behörden betrachten Sie in diesem Fall als Arbeitgeber in der Bringschuld.

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